DIÖZESANVERBAND BERLIN

Krippenandacht

St. Norbert, Berlin-Schöneberg

Krippenandacht der kfd, 4. Januar 2016

Frauen der kfd im Erzbistums Berlin laden zu Beginn eines jeden Jahres zur Krippenandacht ein. Im Jahr 2016 in die St.-Norbert-Kirche in Berlin-Schöneberg. An der verkehrsumtosten Kreuzung Haupt- und Dominicusstraße liegt die Kirche, die vom Äußeren nicht sehr einladend an die Straße gequetscht ist. Man muss den Eingang suchen. Im Inneren der Kirche ist die Überraschung groß. Wir betreten einen neoromanischen Zentralraum, der beherrscht wird von einem Christkönigsbild in der Apsis und in den Wölbungen links und rechts Die Anbetung der Weisen und den Einzug Jesu in Jerusalem. Die Gemeinde St. Norbert ist eine Tochtergründung von St. Matthias, die Kirche wurde 1916 von Carl Kühn erbaut. Im Krieg schwer beschädigt, konnte sie wieder aufgebaut werden, musste aber ihre Türme dem Straßenbau opfern.

Wer an der Krippe steht, blickt auf Jesus, Maria und Josef, auf die heilige Familie. Gott wird Mensch, einer von uns. Gott kommt klein, hilflos und arm in unsere Welt. Hirten und die Heiligen Drei Könige sind überwältigt von diesem Ereignis. Wir wollen uns in unserer Andacht den „Nebenfiguren“ des heiligen Geschehens widmen – dem Engel, dem Esel, dem Stallbaumeister, dem Hirten, und dem König.

Den Engel findet man an jeder Krippe, obwohl er nicht da gewesen ist. Er ist den Hirten erschienen und hat sie zum Stall geschickt. Er ist der Überbringer der Nachricht von der Geburt des Messias, der den Menschen Frieden auf Erden bringen soll.

Der Esel, ein stures, störrisches und träges Tier, verkörpert an der Krippe mit dem wiederkäuenden Ochsen den Jammer und die Klage. Statt zu gehorchen, geht er seinen eigenen Weg. Er wird verkannt, denn in sich trägt er die Weisheit des Orients. In seiner liebenswürdigen und treuen Art bringt er die Kleinfamilie nach Ägypten, später dann den Sohn nach Jerusalem. Und zu allem schweigt er.

Der Stallbaumeister hat vor 2000 Jahren eine Behausung, eine Notunterkunft, einen Unterschlupf geschaffen, in erster Linie für das Vieh auf den Weiden, nach allen Seiten offen. Heute sieht diese Unterkunft in allen Ländern verschieden aus – Jesus kann also überall geboren sein.

Der Hirte hat seine liebe Not mit den Schafen. Die Arbeit mit den blökenden Tieren Tag ein Tag aus hat ihn mürbe gemacht. Doch das Licht und die Stimme vom Himmel lassen ihm keine Ruhe. Er geht den ihm zugewiesenen Gang zum Stall. Er sieht eine kleine, arme Familie und denkt: Noch so ein armer Schlucker. Er schaut auf das winzige Kind, geht zu seinem Platz zurück und hofft, dass es seinetwegen nicht aufgewacht ist.

Der König ist ein Mann aus dem Orient, ein Morgenländler, ein Nichtjude, jedenfalls ein Ungläubiger. Er sieht den Stern und weiß: den Juden ist ein König geboren. Für uns moderne Menschen haben Sterne und Königsgeburten nicht viel miteinander zu tun. Aber für einen Menschen aus dem Morgenland sind sie ein Ereignis voller Magie, ein Zeichen für die Existenz der Götter oder einen Gott. Der König sieht am Ende seiner Wanderung ein Kind in seinem Stall und weiß: es ist ein König.

Nach dieser besinnlichen Stunde mit seinen vielen Weisheiten treffen sich die kfd-Frauen im Pfarrsaal zu Begegnung und Gespräch bei Kaffee und Kuchen.

Berlin, 4. Januar 2016

Rosemarie Rietz



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