DIÖZESANVERBAND BERLIN

60 Jahre kfd

Feuer der Gnadengaben besitzen auch Frauen der kfd

„Warum sollen die Hände einer Frau das Brot nicht wandeln können, das Brot nicht brechen können?“, fragte Ulrike Göken-Huismann vom Bundesvorstand der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd). Beim Predigtgespräch der Wortgottesfeier zum 60-jährigen Bestehen des Verbandes im Erzbistum Berlin in der Kirche St. Laurentius zählte sie zusammen mit Angelika Plümpe, geistlich-theologische Begleiterin, die Feuer der Gnadengaben auf, die auch Frauen zugesprochen seien. Wie ein Sauerteig nicht zu stoppen sei, wirke auch Gottes Geist in der Welt. Dabei durchsäuerten auch Frauen Kirche und Welt mit ihren Charismen. Auch wenn Frauen noch nicht alle Charismen einsetzen dürfen, so die beiden Predigerinnen: „Wir lassen nicht locker.“ Gott habe allen einen Geist der tätigen Kraft gegeben – wie der Frau im Evangelium, die Sauerteigbrot backt. In seinem schriftlichen Grußwort gratulierte Erzbischof Heiner Koch den Berliner kfd-Frauen. Er dankte dafür, dass der Verband nicht zu einer Gemeinschaft verkümmere, in der Menschen nur sich selbst bestätigten. „Sie stellen sich in den Dienst der Frauen in Kirche und Gesellschaft, die sich dort oftmals am Rande sehen.“ Das seien in Berlin viele Alleinerziehende und Frauen im Alter, Frauen mit oft schwer zu tragenden Handicaps, Frauen mit dem Leid von Migration, Mütter kinderreicher Familien, die sich nicht selten diskriminiert fühlen, Frauen im Gefängnis. „Ich danke Ihnen, dass Sie gerade als christlicher Frauenverband die Sorgen und das Leid dieser Menschen nicht aus dem Blick verlieren.“ Angelika Streich, Sprecherin der kfd, beklagte, dass die kfd noch immer an die Grenzen der Kirche stoße, „die bis heute das Patriarchat und den Sexismus nicht überwunden hat“. Seit Jahrzehnten werde um die Gleichstellung von Frauen gerungen, werde der Zugang zu allen Ämtern gefordert, werde um die Anerkennung der unterschiedlichen Lebensformen gekämpft. „Auch wenn die Geduld erschöpft ist, wir bleiben dran.“ Immer wieder werde die kfd sich für die Rechte der Frauen in der Kirche einsetzen. Im Blick auf die Entwicklung im Erzbistum Berlin beklagte Streich, dass die Frauenseelsorge zum Erliegen gekommen sei. Gemeinsam mit dem Diözesanrat, dem KDFB (Katholischer Deutscher Frauenbund) und anderen Frauenverbänden werde darum nach Wegen gesucht, die Frauenseelsorge wieder zu beleben. „Ich bin zuversichtlich, dass unser Verband auch in den kommenden Jahren eine starke Gemeinschaft bleibt.“

Walter Plümpe, 14.08.2021

Nah dran

Beilage der kfd-Diözesanverbände Berlin, Erfurt, Dresden-Meißen, Görlitz und Magdeburg zum Mitgliedermagazin "Junia"

Starke Frauen werden in diesem Heft vorgestellt: 

Auf den Spuren der seligen Hildegard Burjan

Helga Weise, eine beeindruckende Frau

Edith Stein, eine Märthyrerein des 20. Jahrhunderts

eine Politikerin aus Sachsen-Anhalt, Steffi Lemke

unermüdlich aktiv für die kfd, Elisabeth Meyer

 

 

Anstehende Veranstaltungen

25.06.2022
DV Berlin, Klopstockstr. 31. 10557 Berlin