DIÖZESANVERBAND BERLIN

Besuch im Bode Museum

"Der Zweite Blick: Frauen"

Am 15.02.2022 machten sich 12 Frauen auf Spurensuche im Bodemuseum. Sie besuchten die Ausstellung „Auf den zweiten Blick: Frauen“. Es ist eine integrierte Ausstellungsreihe, in der die Besucher*innen eingeladen sind, die Objekte der Skulpturensammlung auf andere Weise zu betrachten und die Geschlechterrolle und Funktion, die Frauen zugeschrieben werden, zu hinterfragen. Sechs thematische Routen bieten hierzu die Möglichkeit zur kritischen Auseinandersetzung. Die Frauengruppe legte den Fokus auf Frauen in biblischen und christlichen Erzählungen sowie auf Männer und Gleichstellung der Geschlechter. Zahlreiche Beobachtungen machten die Frauen. So fiel z.B. auf, dass die Gottesmutter Maria besonders häufig dargestellt wurde, mehrheitlich mit dem Jesuskind im Arm. Andere Exponate stellten Lot und seine Töchter, Judith oder die blutflüssige Frau oder Maria von Magdala dar. Beim Thema Männer und Gleichstellung der Geschlechter wurde ebenfalls deutlich, dass sich die patriarchalischen Strukturen, die seit Jahrtausenden in den Gesellschaften herrschen auch in der Skulpturensammlung ausdrücken, z.B. Herkules oder Orpheus oder Herodes. Es ging um Macht und sexuelle Ausbeutung der Frauen. Aber bei anderen Kunstwerken wie Johannes der Täufer, Geburt Christi, Jesus und die Samariterin oder Paulus sind ungewöhnliche Verhaltensweisen gegenüber Frauen und der damaligen Zeit bekannt. Die Frauen tauschten sich im Museum und danach beim Zusammensein in Evas Arche über ihre Eindrücke aus. Sie kamen zu interessanten Feststellungen und es zeigte sich ihre biblische Kompetenz, So kann Maria nicht nur auf junge Frau und Mütterlichkeit reduziert werden. In ihrem Lobgesang zeigt sie sich politisch und prophezeit die Veränderung der Machtverhältnisse unter Gottesherrschaft. Maria von Magdala ist nicht Hure und Sünderin, sondern die erste Zeugin der Auferstehung Jesu und Apostelin. Jesus verurteilt die Sameriterin nicht und lässt sie nicht durch die Männer steinigen, sondern hinterfragt deren Verhalten. Josef der Ziehvater von Jesus schützt seine Frau Maria, weil er gerecht war. Er nimmt sie mit ihrem Kind an. Es ist die erste bekannte Patchworkfamilie. Auch der vater von Johannes, dem Täufer bewahrt ihn und seine Mutter vor dem Tod. Paulus, der als „Frauenfeind“ gilt, hatte frauen die Leitung der gemeinden übertragen. Sie durften predigen und waren Diakoninnen. Weil die Zeit für die Besichtigung weitere Exponate nicht ausreichte und um auch den Austausch fortzuführen, wird es einen weiteren Besuch im Bodemuseum geben.

Angelika Streich

Nah dran

Beilage der kfd-Diözesanverbände Berlin, Erfurt, Dresden-Meißen, Görlitz und Magdeburg zum Mitgliedermagazin "Junia"

Starke Frauen werden in diesem Heft vorgestellt: 

Auf den Spuren der seligen Hildegard Burjan

Helga Weise, eine beeindruckende Frau

Edith Stein, eine Märthyrerein des 20. Jahrhunderts

eine Politikerin aus Sachsen-Anhalt, Steffi Lemke

unermüdlich aktiv für die kfd, Elisabeth Meyer

 

 

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