DIÖZESANVERBAND BERLIN

gerecht

Andacht und Impulsreferat  „GERECHT“

Für eine geschlechtergerechte Kirche mit Weiheamt für Diakoninnen

„Die Katholische Frauengemeinschaft (kfd) ist der festen Überzeugung: Eine wirkliche Erneuerung der Kirche wird nur gelingen, wenn Frauen alle Dienste und Ämter offen stehen.“

Die kfd lud Angelika Fromm aus Mainz ein. Sie hielt ihr Referat zum Thema „GERECHT“. Sie ist Mitbegründerin des Netzwerks „Diakonat der Frau“ und ausgebildete, aber nicht geweihte „Diakonin“.

Sie begründet ihre Forderungen damit, dass die Ordination von Diakoninnen in der Westkirche bis ins 7. Jahrhundert, in der Ostkirche bis ins 13. Jahrhundert belegt ist. Seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil und der Einführung des Ständigen Diakonats für Männer werden weltweit Stimmen immer lauter, dieses Amt auch für Frauen zu öffnen. Um dem Nachdruck zu verleihen, wurde in Deutschland Katharina von Siena zu Patronin erklärt. Und am 29. April wird jährlich der Tag der Diakonin gefeiert. Weltweit dagegen wird der 3. September begangen, der Gedenktag der Phöbe. Sie ist eine der ersten biblisch überlieferten Diakoninnen – nach Röm 16,1. Dieses Amt wurde jahrhundertelang im Neuen Testament nur mit „Dienerin“ übersetzt.

Fromm: „Ohne Frauen gäbe es kein Christentum.“ Paulus habe begriffen, dass die Botschaft Jesu nur mit Frauen weiterzutragen sei. Er hat sie in seinen Gemeinden als Leiterinnen eingesetzt und nutzte auf seinen Reisen ihre Gastfreundschaft, wie aus seinen Briefen hervorgeht. Dazu gehören neben Phöbe, Diakonin und Patronin der Gemeinde in Kenchreä (Röm 1-3), Lydia, Patronin und Leiterin einer Frauengruppe und Hausgemeinde in Philippi (Apg 16,40), Junia Apostelin (Röm 16,7; ab dem 13. Jahrhundert mit Junias falsch übersetzt). Weitere Frauen sind nach Röm 16 Prisca, Maria, Julia, Tryphäna, Tryphosa, Persis und Julia. Weiter gehören dazu Chloe (1 Kor 1,11), Nympha (Kol 4,15), Priska (1Kor 16,8), Evodia und Syntyche (Phil 4,2-4), Aphia (Phlm 2).

Für Paulus war das Charisma, die Begabung, entscheidend, nicht das Geschlecht. Fromm: „Denken wir an diese Frauen und Maria, die Mutter Jesu, sowie an Maria von Magdala, Zeugin und Verkünderin der Auferstehung Jesu, und an die anderen Frauen in den Evangelien, so muss festgestellt werden: ohne die katechetische, seelsorgliche, liturgische, theologische Arbeit von Frauen hätte es kein Christentum gegeben.“

In der Kirche der ersten drei Jahrhunderte kamen für die Frauen weitere Aufgaben hinzu: Missionsarbeit, Katechumenenunterricht (wegen der Geschlechtertrennung konnten nur Frauen in die Häuser zu Frauen gehen), Vorbereitung und Taufassistenz bei weiblichen Taufbewerberinnen (Untertauchen, Trocknen und Salben des weiblichen Körpers), Krankenkommunion. Diese Diakoninnen waren dem Bischof direkt unterstellt, nach einem Text waren sie „Auge und Ohr des Bischofs“. Noch vor der Ausbildung des Presbyterats hat es das Diakonenamt gegeben, wie die Stephanusgeschichte (Apg 6,1-7) zeigt.

„Dieses verschüttete Erbe muss heute wiederentdeckt und neu gelebt werden.“ Was in der frühen Kirche möglich war, müsse heute selbstverständlich sein. „Frauen müssen wieder in der Sprache, im Gottesbild, in der Spiritualität, in der Liturgie und im Amt sichtbar, präsent sein; sonst ist das Wort Gottes verfälscht!“

Walter Plümpe, 19.08.2020

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