DIÖZESANVERBAND BERLIN

Mahnwache

04.09.2020

Wir lassen uns nicht zum Schweigen bringen

„Fünf Orte - ein Weg“ so lautete das Motto der Regionenkonferenzen des Synodalen Wegs, die am 04.09.2020 in Berlin, Dortmund, Frankfurt/Main, Ludwigshafen und Berlin stattfanden. Wegen der Coronapandemie konnte die zweite Synodalversammlung nicht wie geplant vom 03.09. - 05.09. in Frankfurt/Main durchgeführt werden.

In Berlin versammelten sich die 50 Synodalen im Radission Hotel. Als sie am Abend das Hotel verließen, stießen sie auf eine Gruppe weiß gekleideter Demonstrantinnen, die zur Mahnwache gekommen waren, um für gleiche Rechte für Frauen in der katholischen Kirche zu demonstrieren. Eingeladen hatte das Aktionsbündnis „Maria 2.0 Berlin“ , dem Vertreterinnen der Frauenverbände kfd und KDFB angehören, sowie des Ökumenischen Frauenzentrums Evas Arche e.V. und Frauen aus verschiedenen Gemeinden. Angereist waren auch Frauen aus Hildesheim und Leipzig. Sie trugen das Purpurkreuz und kreativ gestaltete Plakate mit Texten, mit denen sie den Zugang zu allen Weiheämtern für Frauen forderten. Erzbischof Heiner Koch sprach mit den Vertreterinnen der kfd und des KDFB, ebenso die Kulturstaatssekretärin Dr. Monika Grütters.

gerecht

03.09.2020

Wegen der Coronapandemie musste die geplante Veranstaltung zum Tag der Diakonin am 29.04.2020 ausfallen. Unsere Referentin, Angelika Fromm, erklärte sich bereit ihren Vortrag "GERECHT" am 03.09.2020 zu halten. Es ist der Gedenktag der Phöbe und internationaler Tag der Diakonin.

 

Angelika Fromm ist Mitbegründerin des Netzwerks „Diakonat der Frau“ und ausgebildete, aber nicht geweihte „Diakonin“.

Sie begründet ihre Forderungen damit, dass die Ordination von Diakoninnen in der Westkirche bis ins 7. Jahrhundert, in der Ostkirche bis ins 13. Jahrhundert belegt ist. Seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil und der Einführung des Ständigen Diakonats für Männer werden weltweit Stimmen immer lauter, dieses Amt auch für Frauen zu öffnen. Um dem Nachdruck zu verleihen, wurde in Deutschland Katharina von Siena zu Patronin erklärt. Und am 29. April wird jährlich der Tag der Diakonin gefeiert. Weltweit dagegen wird der 3. September begangen, der Gedenktag der Phöbe. Sie ist eine der ersten biblisch überlieferten Diakoninnen – nach Röm 16,1. Dieses Amt wurde jahrhundertelang im Neuen Testament nur mit „Dienerin“ übersetzt.

Fromm: „Ohne Frauen gäbe es kein Christentum.“ Paulus habe begriffen, dass die Botschaft Jesu nur mit Frauen weiterzutragen sei. Er hat sie in seinen Gemeinden als Leiterinnen eingesetzt und nutzte auf seinen Reisen ihre Gastfreundschaft, wie aus seinen Briefen hervorgeht. Dazu gehören neben Phöbe, Diakonin und Patronin der Gemeinde in Kenchreä (Röm 1-3), Lydia, Patronin und Leiterin einer Frauengruppe und Hausgemeinde in Philippi (Apg 16,40), Junia Apostelin (Röm 16,7; ab dem 13. Jahrhundert mit Junias falsch übersetzt). Weitere Frauen sind nach Röm 16 Prisca, Maria, Julia, Tryphäna, Tryphosa, Persis und Julia. Weiter gehören dazu Chloe (1 Kor 1,11), Nympha (Kol 4,15), Priska (1Kor 16,8), Evodia und Syntyche (Phil 4,2-4), Aphia (Phlm 2).

Für Paulus war das Charisma, die Begabung, entscheidend, nicht das Geschlecht. Fromm: „Denken wir an diese Frauen und Maria, die Mutter Jesu, sowie an Maria von Magdala, Zeugin und Verkünderin der Auferstehung Jesu, und an die anderen Frauen in den Evangelien, so muss festgestellt werden: ohne die katechetische, seelsorgliche, liturgische, theologische Arbeit von Frauen hätte es kein Christentum gegeben.“

In der Kirche der ersten drei Jahrhunderte kamen für die Frauen weitere Aufgaben hinzu: Missionsarbeit, Katechumenenunterricht (wegen der Geschlechtertrennung konnten nur Frauen in die Häuser zu Frauen gehen), Vorbereitung und Taufassistenz bei weiblichen Taufbewerberinnen (Untertauchen, Trocknen und Salben des weiblichen Körpers), Krankenkommunion. Diese Diakoninnen waren dem Bischof direkt unterstellt, nach einem Text waren sie „Auge und Ohr des Bischofs“. Noch vor der Ausbildung des Presbyterats hat es das Diakonenamt gegeben, wie die Stephanusgeschichte (Apg 6,1-7) zeigt.

„Dieses verschüttete Erbe muss heute wiederentdeckt und neu gelebt werden.“ Was in der frühen Kirche möglich war, müsse heute selbstverständlich sein. „Frauen müssen wieder in der Sprache, im Gottesbild, in der Spiritualität, in der Liturgie und im Amt sichtbar, präsent sein; sonst ist das Wort Gottes verfälscht!“

Walter Plümpe, 19.08.2020

Frischer Wind in die Kirche

13.06.2020

Einen eigenen Wortgottesdienst feierten Frauen vom Aktionsbündnis Maria2.0 und der katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) am Samstag, 13.06.2020, vor den Stufen von St. Matthias in Berlin. Während und nach der Priesterweihe demonstrierten sie für mehr Geschlechtergerechtigkeit in der Kirche. Glückwünsche - auch für Erzbischof Heiner Koch zu seinem 40. Weihetag und Geburtstag - und eine weiße Rose gab es für ihn und die fünf Neupriester.

„Frauen ist es in der katholischen Kirche immer noch nicht möglich, ihr spirituelles Wirken voll auszuleben“, schrieben die Demonstrantinnen zu den Glückwünschen für die fünf Neugeweihten. „Und damit beschneidet sie sich selbst täglich sehr schmerzhaft. Sie verliert sichtbar ihre weltliche und spirituelle Bedeutung. Die Menschen verlieren damit auch einen wichtigen Weg zu Gott und zu anderen Menschen.“

Die Demonstrantinnen wollten mit ihrer Aktion „frischen Wind in die Kirche“ bringen; doch eilten die Neupriester nach dem Weihegottesdienst schnell an ihnen vorbei in die Sakristei. „Ohne Weihen für UNS seid IHR dem Untergang geweiht“, hatte eine junge Frau auf ihr Plakat geschrieben. Auf einem anderen Plakat stand: „Alle Menschen sind gleich. Vor Gott, vor Gericht, nicht in der kath. Kirche.“

„In Christus seid ihr alle eins" war das Motto der Wort-Gottes-Feier. Mit selten vorgetragenen biblischen Lesungen sollte auf ungewohnte Weise „das Feuer der biblischen Botschaft neu entfacht“ werden. Der Abschnitt aus dem Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Galatien gipfelt in der Aussage: „Es gibt nicht mehr Juden und Griechen, nicht Sklaven und Freie, nicht männlich und weiblich; denn ihr alle seid eins in Christus Jesus.“

Im Johannesevangelium bekennt Marta: „Ja, Rabbi, ich glaube, dass du der Messias bist, der Erwählte Gottes, der in die Welt kommt.“ Dieses Messiasbekenntnis einer Frau steht nach Meinung der Demonstrierenden dem des Petrus in nichts nach.

Im Gebet erinnerten die Frauen daran, dass durch Taufe und Firmung Männer und Frauen gleich- und vollberechtigte Mitglieder der Kirche seien. „Durch partnerschaftliches, gleichberechtigtes Miteinander in allen Diensten und Ämtern können sie an der Erneuerung und Zukunft der Kirche mitarbeiten.“ Dafür erbaten sie sich Kraft und Zuversicht.

Gemeinsam bekannten sie: „Wir glauben an eine Kirche, die als Gemeinschaft die Kraft zur Erneuerung und zu grundlegenden Reformschritten hat.“ Dazu sollten „nach vielen Worten nun Taten folgen“. Denn wenn eine Frau den Jüngern als Apostelin vorausging, sollten Frauen auch zur Apostelnachfolge gerufen sein.

Walter Plümpe, 13.06.2020

sexueller Missbrauch in der katholischen Kirche

04.02.2019

Unter dem Motto #MachtLichtAn fordert die kfd die deutschen Bischöfe auf, Licht in das Dunkel der Missbrauchsverfälle zu bringen, verkrustete Machtstrukturen abzuschaffen, unabhängige Missbrauchsbeauftragte einzuetzen und die kirchliche Sexualmoral zu verändern. 

Als Berliner*innen haben wir uns an der Unterschriftenaktion beteiligt und mehr als 50 Postkarten unterschrieben, die der Deutschen Bischofaskonferenz zu ihrer Frühlingstagung übergeben werden.

 Informationen

In der Frankfurter Allgemeinen Zeitung  veröffentlichte am Sonntag, 03.02.2019 einen offenen Brief von Theolog*innen und Prominenten  an Kardinal Marx. Sie fordern, die Veränderung der Strukturen der katholischen Kirche.

 

 

sexueller Missbrauch erschüttert die katholische Kirche

25.09.2018

Die deutschen Bischöfe haben heute auf ihrer Herbstvollversammlung in Fulda die Ergebnisse der Studie über den sexuellen Missbrauch an Minderjährigen durch Kleriker vorgelegt. Die Studie wurde von ihnen 2014 in Auftrag gegeben. Das Ausmaß und das Versagen im Umgang mit dem sexuellen Missbrauch erschüttert und ist ein Skandal. Zum Schutz der Institution und der betroffenen Priester wurde weg geschaut, verharmlost und geschwiegen. Die erschütternden Zahlen sind nur die Spitze des Eisbergs wie die Wissenschaftler herausgearbeitet haben und der sexuelle Missbrauch kein historisches, sondern ein anhaltendes Problem. Eine weitere Aufklärung und Aufarbeitung ist deshalb dringend erforderlich. Es muss Konsequenzen geben und im Sinne der Betroffenen gehandelt werden. In den Kirchenstrukturen muss es gravierende Veränderungen geben: Die „Männerbünde“ müssen durchbrochen werden. Die gesamte Leitungs- und Ämterstruktur der Kirche muss weiblicher werden. Auf allen Ebenen müssen Frauen und Männer mitentscheiden können. Ein Umdenken in Bezug auf das Priesterbild bedarf einer tiefgreifenden Veränderung. Priester sind nicht Stellvertreter Gottes, sondern Diener.

Die Zeit ist reif. Wann, wenn nicht jetzt.

Angelika Streich

weitere Informationen

 

 

Ökumenischer Kongress in Osnabrück

Vom 06.12.-09.12.2017 fand der Ökumenische Kongress in Osnabrück statt, an dem auch die kfd beteiligt war. Weitere Informationen

 

 

Nah dran

Herbstbeilage der kfd-Diözesanberbände Berlin, Erfurt, Dresden-Meißen, Görlitz und Magdeburg zur Mitgliederzeitschrift "Frau+Mutter"

Nachhaltig leben. Die neue kfd-Aktionswoche regt zum Nachdenken an.

Nähen gegen Corona. Berliner kfd-Frauen im Einsatz für die Caritas.

Wie steht es um die Freiheit? Das Görlitzer Jahresthema ist jetzt besonders aktuell.

 

 

 

Anstehende Veranstaltungen