DIÖZESANVERBAND BERLIN

nachhaltiger Pilger*innenweg

Im Stadtbezirk Marzahn-Hellersdorf befindet sich einer der größten Grüngürtel von Berlin.Diese wunderschöne landschaftliche Oase wählten sich die Pilger*innen-Gruppe für ihren nachhaltigen Pilger*innenweg. Dieser stand unter dem Motto „Frauen, wem gehört die Welt?“ Ein merk- wie denkwürdiger Titel. Doch schnell war klar: Gottes Schöpfung gilt es zu loben und zu preisen, aber auch zu schützen, um sie für die nachfolgenden Generationen lebenswert zu erhalten.

Trotz des nasskalten Wetters trafen sich 10 Pilger*innen am Samstagvormittag am S- und U-Bahnhof Wuhletal und pilgerten Richtung Kienberg. Gleich zu Beginn führte sie der Weg auf das historische Gelände des Unfallkrankenhauses Hier befand sich, die im Jahr 1893 erbaute „Heil- und Pflegeanstalt für Epileptische im Wuhlegarten bei Biesdorf“. Während der Nazizeit als die Vernichtung „lebensunwertem“ Leben begann, wurden mehr von hier mehr als 2000 Patienten in sogenannte Zwischenlager abtransportiert und ermordert bzw. durch Giftspritzen und Schlaftabletten. Ein Gedenkstein erinnert an die Opfer der Euthanasieaktion 1940/41. Die Gruppe setzte sich mit den menschenverachtenden Machenschaften Hitlers auseinander und informierte sich an drei Stelen über das Mordgeschehen und an die Bombenopfer. Vor der Anstaltskirche beteten die Gruppe das Gebet der Nationen: Es liegt mit an uns, dass Menschen nicht von Kriegen, Hunger, und Furcht gepeinigt und gequält werden und nicht nach Rasse, Hautfarbe oder Weltanschauung getrennt werden.

Der Weg führte weiter an Apfelbäumen, uriger Natur, wildwachsender Pflanzen, an einen kleinen versteckten Teich, Bäumen und Wiesen. Achtsam nahm die Gruppe Pflanzen und Tiere wahr. Auf der Wiese wurde daran erinnert, wie wir im Einklang mit der Natur und deren Geschöpfen leben können. Zur Zeit leben 7,6 Milliarden Menschen auf unserer Erde, 820 Millionen sind vom Hunger bedroht, ca. 350 Millionen Kinder leben in Kriegs- oder Krisengebieten und 68 Menschen sind auf der Flucht. Angeregt durch einen Impuls fragten wir uns: was können wir gegen Ausbeutung, ungerechten Handel, ausbeuterische Kinderarbeit und umwelt- und lebensraumzerstörenden Abbau tun?

Beim Weitergehen genossen wir die wunderschöne Natur und die Gespräche miteinander. Wir kamen an schön gestalteten Gärten und an Nutzgärten vorbei. Hier machten wir Halt, sammelten uns und beteten.

Auch die verschiedenartigen Bäume, Symbol für das Leben ließen uns meditieren und fragen: Wo sind meine Wurzeln? Was trägt mich? Wo bringe ich Früchte hervor? Was kann wachsen, was lasse ich los?

Unser Pilger*innenweg endete an einem künstlich angelegten Teich, dem Wuhleteich, der zu einem kleinen Naturwunder geworden ist. Er bietet vielen Tieren und Pflanzen optimale Lebensbedingen, ein Grund für uns Gott zu loben und zu danken.

Auf der Brücke, die den Teich überquert, gingen wir dankbar und erfüllt nach Hause mit dem Wunsch öfter gemeinsam zu pilgern, aber auch mit dem Gedanken wie wir Brücken bauen können zwischen den Menschen und wie wir Zukunftsgestalter*innen werden können.

Angelika Streich

28.09.2020

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