DIÖZESANVERBAND BERLIN

ökumenischer Frauengottesdienst

Schaut hin! Unterwegs zu einer Welt ohne Vergewaltigung und Gewalt

Ökumenischer Frauengottesdienst am Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen

„Gott kann nicht auf einige wenige Wörter und Bilder festgelegt werden. Wir brauchen auch Wörter und Bilder aus der weiblichen Welt.“ Diese Einleitungsworte der Theologin Gabriele Kraatz vom Erzbischöflichen Ordinariat prägten den ökumenischen Frauengottesdienst am Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen. Neun Arbeitsgemeinschaften und Verbände hatten dazu in die katholische Kirche St. Augustinus der Gemeinde Hl. Familie im Prenzlauer Berg eingeladen.

Betroffene Stille herrschte, als nach jedem Kyrie-Ruf ein Gong die verschiedenen Aussagen betonte: 35 Prozent aller Frauen erleben körperliche oder seelische Gewalt.4,5 Millionen Menschen leben in sexueller Ausbeutung, davon sind 98 Prozent Frauen und Mädchen. Jede zweite Frau in Europa erfährt eine Form von sexueller Gewalt. Weniger als 40 Prozent der Frauen, die Gewalt erlebt haben, suchen Hilfe; nur zehn Prozent wenden sich an die Polizei. Schätzungsweise drei Viertel aller Kinder weltweit – 300 Millionen Mädchen und Jungen – erleben körperliche oder verbale Gewalt durch Erziehungsberechtigte. Diese Fakten sind den Internet-Seiten von UN Women, medica mondiale und Unicef entnommen.

Wie lange noch?, war die stets wiederholte Frage in einer Sprechmotette zu Psalm 13. Von drei Positionen in der Kirche wurde sie vorgetragen. Eine Klangschale unterbrach die Anklagen im Stil der Klagepsalmen. Mit „Wade in the water“ fasste der Burgchor der Fakultät für evangelische Theologie unter Leitung von Marianne Wegner die Fragen zusammen.

„... denn sie hat mich entwöhnt“ stellte Gabriele Kraatz als „schönes weibliches Bild von Gott“ vor. Gott will, dass wir erwachsen werden. „Er schiebt uns in die Freiheit, in ein Entwöhnen von allen Dingen, in eine neue Würde.“ So sollen auch die Gottesdienstteilnehmer/innen anderen helfen, als Kinder Gottes frei zu werden. Nicht als Kleine, sondern mit aufrechtem Gang, im solidarischen Kampf um Würde und Freiheit eines jeden Menschen.

Um über den Psalm 13 nachzudenken, luden fünf Stationen in der Kirche ein: mit dem Chor singen, eine Kerze anzünden und beten, einzelne Psalmverse murmeln oder nachsprechen, den Psalm in moderner Übersetzung abschreiben oder ergänzen, sich persönlich segnen lassen.

Weihrauch in einer Räucherschale ließ Fürbitten symbolisch zu Gott emporsteigen. Gebetet wurde für Kraft, um eine Welt in Liebe und Gerechtigkeit zu bauen. „Vertraut den neuen Wegen, auf die der Herr uns weist“ bündelte die Bitten.

Anschließend gab es im Gemeindesaal einen Imbiss und ein Gespräch mit Barbara Deml, Pfarrerin für Ökumene und Weltmission, über die weltweite Ökumene und die neue Initiative „Thursday in black“. Der nächste Frauengottesdienst, zu dem Männer ebenfalls eingeladen sind, ist am 8. März 2020 zum Internationalen Frauentag, 10 Uhr, in der Sophienkirche.

Walter Plümpe, 26.11.2019

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