DIÖZESANVERBAND BERLIN

Erzählcafé

zum Fall der Mauer am 09. November 1989

04. November 2019

Der 04. November 1989 mit seiner ersten, von der DDR genehmigten Demonstration auf dem Alexanderplatz, zeigte, dass die Organisatoren und auch die Teilnehmer noch nicht von einer Grenzöffnung träumten. Reisefreiheit und eine reformierte DDR stand auf dem Programm. Was wäre passiert, wenn Herr Schabowski sich besser über die Ergebnisse der ZK-Sitzung informiert hätte und in seiner Pressekonferenz die versammelte in- und ausländische Presse nicht mit der Aussage überrascht hätte, dass die ständige Ausreise mit sofortiger Wirkung geschehen könnte? Man könnte trefflich spekulieren.

Aber die kfd-Frauen, die sich an diesem historischen Tag in einer historischen Woche in der Geschäftsstelle treffen, um sich zu erinnern, wie sie diesen Tag erlebt haben, geben ihrer Freude Ausdruck. Jede hat Erinnerungen an diesen und die darauffolgenden Tage, direkt an den geöffneten Übergangstellen war wohl niemand.

Auch aus einem grenznahen Orte bei Bebra wird über die Freude berichtet, dass ein geteilter Ort den Fall der Grenze erlebt und Wiedersehen miteinander feiert. Ebenso von der Glienicker Brücke, der Verbindung zwischen Berlin und Potsdam, die von der DDR zur „Brücke der Einheit“ umbenannt worden war, sind freudige und überwältigende Berichte zu hören.

Maria Lulkiewicz berichtet, dass sie in Angst um ihren Sohn den Abend verbrachte. Denn er leistete gerade seinen Wehrdienst ab und es stand zu Anfang nicht fest, ob die bewaffneten Kräfte nicht doch noch eingreifen würden, um die Grenzöffnungen rückgängig zu machen. In der großen Freude ein Wehrmutstropfen.

Zu bemerken ist auch die Tatsache, dass die Frauen aus dem Osten ihrer Freude nur sehr verhalten Ausdruck verliehen, denn die Angst und das Misstrauen, dass die Mauer wieder geschlossen wird, sind groß. Die „Wessis“ haben nur überwältigende Freude erlebt und berichten darüber.

Insgesamt überwiegt die Freude über das Ereignis und die daraus entstandene Einheit Berlins und Deutschlands.

 

Berlin, 20. November 2019

Rosemarie Rietz

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Herbstbeilage der kfd-Diözesanberbände Berlin, Erfurt, Dresden-Meißen, Görlitz und Magdeburg zur Mitgliederzeitschrift "Frau+Mutter"

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