DIÖZESANVERBAND BERLIN

Besuch bei den Stadtteilmüttern in Neukölln

am 8. Oktober 2019

Im Rahmen ihrer auswärtigen Exkursionen unter dem Titel „An ver-rückten Orten“ haben sich Frauen des Katholischen Frauenverbandes Deutschlands im Erzbistum Berlin (kfd) auf den Weg gemacht nach Neukölln, um sich über das Projekt „Stadtteilmütter in Neukölln“ zu informieren. In einem großen Backsteingebäude in der verkehrsumtosten Lahnstraße haben die „Stadtteilmütter“ ihr Quartier, wo die kfd-Frauen mit Kaffee und Gebäck freundlich empfangen und unterrichtet werden.

Seit 2004 werden in den mit umfangreichem Informationsmaterial bestückten Räumen interessierte Frauen überwiegend türkischer und arabischer Herkunft ein halbes Jahr lang qualifiziert. Für diese Frauen ist es oft die erste Möglichkeit, einer Beschäftigung außerhalb ihres Haushaltes nachzugehen. Die Themen Erziehung, Bildung und Gesundheit stehen im Vordergrund der Ausbildung. Neunzig Prozent der Frauen finden den Weg zur Ausbildung aus eigenem Antrieb, nur zehn Prozent können eine Empfehlung aufweisen. Im Moment gehen 70 Stadtteilmütter ihrer Arbeit nach, die im Rahmen einer Beschäftigungsmaßnahme vom JobCenter finanziert wird und auf 30 Wochenstunden begrenzt ist.

Nach erfolgreich abgeschlossener Qualifikation können sie ihre erworbenen Kenntnisse an Familien mit Kindern zwischen 0 – 12 Jahren weitergeben und die besuchten Familien beraten. Ihr Augenmerk liegt auf der Verbesserung der Sprachfähigkeit von Kindern und Eltern, Ermutigung der Eltern zur Erziehungsverantwortung und Werbung für den Kita-Besuch der Kinder, Vermittlung von Hilfen für Familien im Bezirk, Qualifizierung und Förderung erwerbsloser Migrantinnen und vieles mehr, dass für Frauen türkischer und arabischer Herkunft in Deutschland neu, unbekannt und wissenswert ist.

Der Erfolg der Stadtteilmütter beruht auf der Tatsache, dass sie aus dem gleichen Kulturraum stammen wie ihre Klientinnen, die für viele andere Informationen nur schwer erreichbar sind.

Der Bezirksbürgermeister von Neukölln Martin Hikel meint: „Die Stadtteilmütter entfalten eine beeindruckende Strahlkraft in die besuchten Familien, in ihr eigenes Umfeld und auch in die unterstützten Bildungsinstitutionen hinein. Für mich ist aber auch die persönliche Entwicklung der Frauen sehr beeindruckend. Für viele von ihnen ist es der Einstieg ins Berufsleben oder der erste Schritt zu einer anschließenden Ausbildung. Für die Stadtteilmütter selbst ist ihre Tätigkeit ein wichtiger Schritt hin zur gleichberechtigten Teilhabe an der Gesellschaft. Deshalb machen wir uns weiterhin für ein Landesprogramm Stadtteilmütter stark, das sowohl der Zielgruppe der besuchten Familien als auch den als Stadtteilmütter tätigen Frauen gerecht wird.“

Die kfd-Frauen sind sehr beeindruckt und wünschen dem Projekt weiterhin Erfolg und den besuchten Frauen und ihren Familien die Gewissheit, dass sie hier willkommen sind.

Berlin, 12. Oktober 2019

Rosemarie Rietz

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