DIÖZESANVERBAND BERLIN

Tagesfahrt zum Kloster Chorin und zum Schiffshebewerk Niederfinow

6. August 2019

Die Tagesfahrten der kfd im Erzbistum Berlin hat schon einige Klöster in Brandenburg aufgesucht, auch das Kloster Chorin – in den Jahren 1986 und 1990. Nun ist in diesem Jahr Chorin mal wieder an der Reihe. Der Bus kutschiert uns durch die hügelige Landschaft des Barnim zum Ziel der Backsteinschönheit der Zisterzienser aus dem 13. Jahrhundert.

Die Mönche kamen im Rahmen der askanischen Ostexpansion nach Brandenburg und zogen deutsche Siedler nach. Ihre fortschrittlichen landwirtschaftlichen Methoden machten sie schnell zu Großgrundbesitzern. Schon 1334 war das Kloster im Besitz von 22 Dörfern. Die Mönche kamen nicht in unbesiedeltes Gebiet, sondern zerstörten bei der Erweiterung ihrer Besitzungen ganze Dörfer und vertrieben die Slawen. Bis zu ihrer Enteignung 1542 hatten sie wahre Agrarkonzerne gebildet. In Chorin lebten 80 Priestermönche und 400 Arbeitsmönche.

Bei unserem Rundgang werden uns die Lebens- und Arbeitsmöglichkeiten in dieser unwirtlichen Gegend gezeigt. Das hohe Kirchenschiff, den Kreuzgang, die Brüderkapelle, Kapitelsaal, Refektorium, Schlafräume, Küchensaal mit Kamin, ein Brauhaus und den wunderschönen Westgiebel. Der wirtschaftliche Erfolg konnte über die Jahrhunderte nicht erhalten bleiben. 1542, unter Kurfürst Joachim II., erfolgte die Säkularisation. Das Kloster wurde für 20.000 Taler an den Amtmann von Potsdam verpfändet. 1545 verließen die letzten Mönche Chorin in Richtung Böhmen.

Die Kirche war dem langsamen Verfall preisgegeben, die Güter unter die Aufsicht der Forstverwaltung gestellt. Das Kirchdach wurde zugunsten der Joachimsthaler Fürstenschule abgedeckt, die Gewölbe stürzten ein. Die Ziegel der Klostergebäude dienten als Steinbruch. Diese Situation fand der Baumeister Karl Friedrich Schinkel vor, als 1810 die Ruine zeichnerisch erfasste und später durch Intervention beim Kronprinzen Friedrich Wilhelm erreichte, dass das Kloster der landwirtschaftlichen Nutzung entzogen wurde. Restaurierungen und Instandsetzungen erfolgten Ende des 19. Jahrhunderts, 1909 bis 1912, 1928, 1936 bis1938 und 1954.

Heute zählt das ehemalige askanische Hauskloster zu den bedeutendsten Denkmälern der frühgotischen deutschen Backsteinkultur und dient unter weitestgehender Bewahrung der Substanz vielen Aktivitäten, nicht zuletzt den vielgeliebten und gut besuchten Konzerten des Choriner Musiksommers.

Nach so viel Kultur und traumhafter Landschaft führt uns der Reiseplan ins Oderbruch zum Restaurant „Carlsburg“. Es thront auf einem Bergrücken, den der Bus über eine halsbrecherische Sandstraße erklimmen muss. Die Aussicht in die Weite des Oderbruchs entschädigt für den Schrecken und das gute Essen ebenso. Hier haben alle Gelegenheit, sich auszutauschen und kleine Geschenke einzukaufen.

Eine kurze Fahrt führt uns zur nächsten Station, dem Schiffshebewerk Niederfinow, dem Stahlkoloss am Oder-Spree-Kanal. Europas größter Schiffsfahrstuhl überwindet seit 1934 im Drei-Schicht-Betrieb die 36 Höhenmeter zwischen Kanal und Oder. Der Trog im Hebewerk braucht fünf Minuten für eine Fahrt, die wir uns aber nur von außen anschauen. Auch von außen ist das Schiffshebewerk eine industrielle Sensation, die von vielen Besuchern bestaunt wird.

Nach Kaffee und Kuchen in einem kleinen Gartenlokal ist unser Programm beendet und wir fahren in Richtung Berlin. Ein interessanter Tag klingt mit vielen Gesprächen im Bus aus.

Unser Dank gilt Irmgard Königstorfer, die seit einigen Jahren die mühevolle und vielleicht auch lustvolle Aufgabe übernommen hat, die Tagesfahrt zu organisieren.

Berlin, 9. August 2019

Rosemarie Rietz

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