DIÖZESANVERBAND BERLIN

Ökumenischer Kreuzweg-Kirchgang

am 15. April 2019

Die Katholische Frauengemeinschaft im Erzbistum Berlin (kfd) hat viele gute Angebote, eines der besten ist der Ökumenische Kreuzweg-Kirchgang am Montag der Karwoche. Seit mehr als dreißig Jahren verbinden wir, schweigend hinter dem Kreuz gehend, evangelische und katholische Kirchen in den verschiedensten Stadtteilen Berlins miteinander.

„Suche Frieden“ ist das Motto des diesjährigen Kreuzweges im Berliner Stadtteil Mariendorf von der evangelischen Martin-Luther-Gedächtniskirche zur katholischen Kirche Maria Frieden.

Kommt man mit dem Bus an der Rathausstraße an, fallen Kirche und Gemeindezentrum sofort auf. Sie passen sich dem Umfeld des Rathauses an und man ist gespannt, alles näher kennenzulernen. Eine große Gemeinschaft hat sich gefunden, um diesen Kreuzweg gemeinsam zu gehen – den Frieden zu suchen.

Zu Beginn erfahren wir von Pfarrer Klaus Wirbel viel über die Kirche. Er tritt der weitverbreiteten Ansicht entgegengetreten, es handelte sich um eine Nazikirche. Planung und Entwurf erfolgten schon Anfang der 20Jahre. Erst zur Grundsteinlegung 1933 konnten die Nazis im Innenraum Einfluss nehmen, was an 800 Terrakotta Kacheln zu erkennen ist. Die 1935 geweihte Kirche stand von Beginn an im Spannungsfeld zwischen bekennender Kirche und Deutschen Christen. Die Gemeinde setzt sich mit seiner Geschichte auseinander. Seit 2003 gehört die Gemeinde der Nagelkreuzgemeinschaft an, die weltweit für Vergebung und Neubeginn eintritt.

Wir beten gemeinsam das 1958 formulierte Versöhnungsgebt von Coventry, ebenso wie die Gemeinde an jedem Freitag um 12:00 Uhr:

Den Hass, der Rasse von Rasse trennt, Volk von Volk, Klasse von Klasse,

Das Streben der Menschen und Völker zu besitzen, was nicht ihr Eigen ist,

Die Besitzgier, die die Arbeit der Menschen ausnutzt und die Erde verwüstet,

Unseren Neid auf das Wohlergehen und Glück der Anderen,

Unsere mangelnde Teilnahme an der Not der Gefangenen, Heimatlosen und Flüchtlinge,

Die Gier, die Frauen und Männer und Kinder entwürdigt undd an Leib und Seele missbraucht,

Den Hochmut, der uns verleitet, auf uns selbst zu vertrauen und nicht auf Gott,

Vater, vergib.

Hinter dem Kreuz gehen wir schweigend zur Wallfahrtskirche Maria Frieden, die strahlend weiß wie ein gestrandetes Schiff an der Kaiserstraße steht. In diese 1967 erbaute moderne Kirche lud 1988 Kardinal Meisner Die West-Berliner Katholiken zur Wallfahrt ein um für die Einheit des Bistums zu beten. Seither wird allmonatlich die Wallfahrt durchgeführt, heute von Katholiken der ganzen Stadt.

So beten auch wir vor dem Bild „Madonna vor Stacheldraht und Trümmern mit Paulus und Petrus“ des Malers Otto Dix: Gott segne uns und erfülle uns mit Frieden, dass wir mit uns selbst zur Ruhe kommen und die gesammelten Kräfte einsetzen können für den Frieden in der Welt.

In der Türkollekte für die Lagergemeinschaft Ravensbrück konnten € 400,00 gesammelt werden.

Im Pfarrsaal von Maria Frieden trafen sich alle Teilnehmer des Kreuzweges zu Gesprächen bei einem kleinen Imbiss.

Berlin, 30. Mai 2019

Rosemarie Rietz

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