DIÖZESANVERBAND BERLIN

Tag der Diakonin

Am Tag der Diakonin, am 29. April 2019, haben der KDFB, der Diözesanrat und die kfd das Weiheamt für Frauen und Veränderung in der katholischen Kirche gefordert. Es geht ihnen nicht um Macht, sondern um Gleichwertigkeit und Glaubwürdigkeit. Sie luden zu einer Festveranstaltung ein, die unter dem Motto stand: STARKE FRAUEN, STARKE KIRCHE. Wir verändern Kirche. Wir feiern Frauen.

Gleich zu Beginn der Veranstaltung beklagte eine 82-jährige Frau „Wir sitzen seit 2000 Jahren stark benachteiligt in den Kirchenbänken. Das reicht so langsam“.

Barbara John vom KDFB forderte in ihrer Begrüßung Gleichwertigkeit von Männern und Frauen in der Kirche. „Das geht an den Kern. Die Männer haben es noch nicht verstanden.“ Dass Frauen von der Gleichberechtigung ausgeschlossen seien, dürfe nicht länger hingenommen werden. „Wir werden uns bei unseren Oberen nicht sehr beliebt machen. Doch das halten wir aus.“

Als Ermutigung zum Widerspruch deutete Angelika Plümpe, geistlich-theologische Begleiterin der kfd ihre Auslegung vom Gleichnis über den ungerechten Richter. Der Evangelist Lukas zitiere damit Jesus in seinem Appell, nicht müde zu werden, für gerechte Anliegen zu beten und das Recht hartnäckig einzufordern. „Wir geben nicht auf. Lassen wir uns durch das Gleichnis dazu ermutigen.“

In einer Karten-Aktion konnten alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre Gedanken aufschreiben. „Katholische Kirche braucht Veränderung. Ich will ...“

Diana Freyer vom Diözesanrat der Katholiken begrüßte es, dass ihr Gremium „endlich“ dem Netzwerk „Diakonat der Frau“ beigetreten sei. Aus Überzeugung sei man jetzt dabei, weil Frauen für die Zukunft der Kirche so wichtig seien.

Nach einem Spaziergang von der evangelischen Kirche St. Thomas zur katholischen Kirche St. Michael schloss ein gemeinsames Gebet und ein Segen den Andacht-Teil des Abends ab. Angelika Streich, kfd-Vorsitzende, stellte Bettina Jarasch (MdA für Bündnis 90/Die Grünen) und Christiane Florin (Journalistin und Buchautorin von „Weiberaufstand“) vor. Beide diskutierten sachkundig und mit Leidenschaft über die Rolle von Frauen in der Kirche.

Florin zitierte aus einer Begegnung mit einem Priesteramtskandidaten, der die von vielen geforderte Weihe von Frauen zu Ämtern in der Kirche als einen „Verrat an der katholischen Kirche“ zurückwies.

Jarasch erntete spontanen Applaus, als sie beklage, dass mutige katholische Frauen trotz Kompetenz an „Betondecken“ stießen. „Archaische Argumente“ gegen die Frauenordination entlarvte sie als unzeitgemäß, auch wenn sie 1950 Jahre lang gegolten hätten. Eine „wahre Gerechtigkeit“ zeige sich, wenn in der Kirche auch Frauen gleiche Würde und gleiche Rechte wie Männern zugesprochen bekämen. Jarasch prophezeite einen anderen Umgang von Frauen und Männern, wenn Macht abgegeben und geteilt würde. „Strukturen sind immer weltlich und nicht von Jesus Christus selber eingesetzt.“ Konkrete und verbindliche Schritte forderte sie, damit die Forderungen der Frauen erfolgreich würden.

Florin sprach von einer „katholischen Konditionierung durch Kleriker“. Sie kenne keine Institution, in der persönliche Schuld wie in den Missbrauchsfällen ohne persönliche Konsequenzen und Rücktritte hingenommen werde. „Das läuft etwas grundfalsch in dieser Institution. Es muss eine Unterbrechung geben.“ Viele Argumente – wie der Hinweis auf fehlende Entscheidungen wegen Rücksichtnahme auf die Weltkirche – deutete sie als falsche „Anpassung an die Machos dieser Welt“. Frauen schöpften ihr Potential nicht aus, Männer bestimmten immer noch, welche Rollen Frauen zu erfüllen hätten. Diese „strukturelle Diskriminierung“ könne nicht mit Hinweis auf

die Demut Mariens wegdiskutiert werden. Auch sie ermutigte zum Widerspruch. „Ich bin nicht ausgetreten, weil ich die Kirche nicht den Autoritären überlassen möchte.“ Sie bekam Beifall für dieses Statement – wie Wolfgang Klose vom Diözesanrat der Katholiken, der den Frauen die Unterstützung vom ZdK (Zentralrat der Katholiken) versprach.

Walter Plümpe, 29.04.2019

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