DIÖZESANVERBAND BERLIN

Eine Kirche für viele statt heiligem Rest

Buchvorstellung „Eine Kirche für viele statt heiligem Rest“

Ein kleines Büchlein mit provokanten Thesen ist auf Einladung der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands im Erzbistum Berlin (kfd) und des Kathedralforums das Objekt einer Buchvorstellung am Montag, dem 04.02.19 im Bernhard-Lichtenberg-Haus. Die Autoren Erik Flügge und David Holt haben sich ein explosives Thema in ihrem Buch ausgesucht: „Eine Kirche für alle. Statt heiligem Rest“.

Die Autoren bemängeln, dass 10 Prozent der praktizierenden Katholiken 100 Prozent der finanziellen Ressourcen in Anspruch nehmen, die die restlichen 90 Prozent ihnen zur Verfügung stellen. Diese 90 Prozent fühlen sich nicht genügend berücksichtigt. Sie meinen, die Kirche sei eher ein Arbeitgeber als eine Glaubensgemeinschaft. Sie treten aus dieser Gemeinschaft aus – warum? Wegen der Kirchsteuer oder fehlender persönlicher Bindung? Sie werfen der Kirche vor, von der Kirche wegen ihres Austritts bedauert, aber nicht ernsthaft daran gehindert zu werden.

Was kann die verwaltete Kirche tun, um diese 90 Prozent wieder einzubinden? Müsste sie eine neue Missionierung starten? Sollte sie mehr Zeit zur Verfügung stellen, um diese Menschen in Gesprächen über den Glauben zurückzugewinnen? Müsste sie mehr aus ihrer „Wagenburg“ heraustreten? Kann sie in Zukunft mehr Glaubwürdigkeit erreichen, wenn sie 50 Prozent ihrer Mitglieder, nämlich die Frauen, nicht mehr zu Menschen zweiten Grades degradiert und von den wichtigsten Ämtern ausschließt?

Wie sollte Kontaktaufnahme aussehen, denn auch die fernstehenden Kirchenmitglieder haben die Pflicht, sich zu kümmern, sich zu informieren, sich zu engagieren.

Die anschließende Diskussion zeigt, dass die Anwesenden sich mit ähnlichen Gedanken herumschlagen. Wir müssen aber auch bedenken, dass viele Katholiken Erneuerungen kritisch gegenüberstehen. Allen diesen Meinungen gerecht zu werden, ist die Aufgabe für die nächste Zeit. Mit Offenheit von beiden Seiten müsste es zu schaffen sein.

Berlin, 7. März 2019

Rosemarie Rietz

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