DIÖZESANVERBAND BERLIN

Krippenandacht

in Heilige Familie, Prenzlauer Berg

7. Januar 2019

Kommt der Besucher aus der Mitte der Stadt nach Prenzlauer Berg und zum Humannplatz, steigt dort aus der Straßenbahn, fällt ihm sofort die kolossale Fassade der Kirche „Heilige Familie“ ins Auge und er versteht, warum sie auch „Der betende Riese vom Humannplatz“ genannt wird. Die kfd im Erzbistum Berlin hat diese geschichtsträchtige Kirche für ihre alljährliche Krippenandacht gewählt.

Angelika Plümpe, Mitglied der kfd und der Gemeinde Heilige Familie, berichtet zu Beginn der Andacht über die Geschichte der Kirche. Ihr Bau hatte einen langen Vorlauf, denn zu Anfang des 20. Jahrhunderts entstanden wegen der vermehrten Zuwanderung von Katholiken aus Schlesien und anderen östlichen Provinzen Notgemeinden in Notkirchen. So auch in der Pappelallee im St. Josefsheim. Für den Bau einer „richtigen“ Kirche wurde mit Hilfe von Spenden, die in „Quittungsbüchern“ eingetragen wurden, ein Grundstück an der Wichertstraße erworben. Am Martinstag 1928 wurde durch Weihbischof Josef Deitmer der Grundstein gelegt. Schon zwei Jahre später, am 28. September 1930, weihte der neue Bischof Christian Schreiber die Kirche mit dem Patrozinium „Heilige Familie – Friedensgedächtniskirche“. Ob ein solches Tempo in der heutigen Zeit zu schaffen ist?

 

Die Kirche kann dem Backsteinexpressionismus zugeordnet werden. Beidseitig schließen sich fünfgeschossige Wohnbauten an, die im gleichen Stil und mit gleichem Baumaterial errichtet wurden.

Das Hauptschiff ist ein verputzter Ziegelbau im Stil einer Basilika. Das 15m hohe Mittelschiff besitzt ein Tonnengewölbe und ist saalähnlich gestaltet.

Die schwierigen Zeiten des Nationalsozialismus endeten am 18. März 1945 mit schweren Bombenschäden an Kirche, Pfarr- und Vorderhaus. Erst 1961 konnte mit Renovierungen begonnen werden. Die schwierigen Zeiten waren damit nicht beendet. Die DDR legte den Katholiken in Osten Berlins und in der DDR viele Steine in den Weg. Die Fronleichnamsprozession z. B. durfte nicht vor der St.-Hedwigs-Kathedrale stattfinden. Man verlegte sie von 1963 bis 1972 auf den Humanplatz. Nach dem Mauerfall konnte die Umgestaltung des Kircheninneren beginnen. 1993 wurde der Altar geweiht und 1998 eine rekonstruierte Orgel.

Die kfd-Frauen und einige Männer versammeln sich hier vor der wunderschönen Krippe, um sich mit dem Motto: „Geboren im Stall –Gott kommt in den „Mist“ unseres Lebens“ eine neue Sicht zum Weihnachtsgeheimnis, zeigen zu lassen. Das Evangelium berichtet, Gott ist geboren als Kind in einen Stall, in Windeln gewickelt und in eine Futterkrippe gelegt. In einen Stall mit allen Eigenschaften, die eine solche Unterkunft beinhalten – Stroh und Mist für und von Tieren. Jesus wird nicht in einen Palast geboren, sondern mitten in den „Mist“ unserer Welt. In unsere Unzulänglichkeiten, unsere Ängste und Sorgen, unsere Enttäuschungen, Krankheiten und Leiden. Gott will uns zeigen, dass wir in unserer Not nicht allein sind, er hilft uns, sie zu ertragen. Wir wollen um seinen Beistand bitten.

Mit diesen Einsichten tragen wir unsere Fürbitten vor und sprechen zum Abschluss das kfd-Gebet zur Erneuerung der Kirche.

Der besondere Dank gilt Angelika Plümpe für die Vorbereitung dieser Andacht und den Damen der Gemeinde Heilige Familie für die anschließende Teestunde mit vielen Köstlichkeiten.

Berlin, 20. Januar 2019

Rosemarie Rietz

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