DIÖZESANVERBAND BERLIN

Ökumenischer Kreuzweg-Kirchgang

01.04.2018

Im Jahreskreis der kfd im Erzbistum gehört der Montag in der Karwoche traditionell dem Ökumenischen Kreuzweg-Kirchgang. Am 26. März fand er in Frohnau statt, im hohen Norden Berlins.

Die St.-Hildegard-Kirche ist die erste Station. Es ist eine Hallenkirche, entstanden aus einer Turnhalle für eine Mädchenschule. Im Ersten Weltkrieg diente diese als Lazarett, seit 1921 der Evangelischen Landeskirche als Gottesdienstraum, bis er zu klein wurde und die katholische Kirche ihn übernahm. Mit dem 1936 eingeführten ständigen Geistlichen wurde sie umgebaut und am 13. Oktober 1941 durch Bischof Konrad Graf von Preysing eingeweiht. Die kleine Kirche besticht durch sechs Fenster mit Szenen aus dem Leben der Heiligen Hildegard, der Patronin der Kirche.

Das Motto des Kreuzweg-Kirchgangs ist „Bei-Stehen“. Wir hören die Lesung aus dem Markus-Evangelium (14,32-35) und eine Meditation: Jesus bittet in seiner schwersten und traurigsten Stunde seine Freunde mit ihm zu wachen und zu beten – ihm bei-zustehen. Er bittet sie eindringlich, aber es fehlt ihnen an Kraft, sie können nicht wach bleiben, sie versagen.

Gibt es in unserem Leben auch solche Stunden, in denen wir nicht bereit sind, mit zu leiden und mit zu wachen? In denen wir die Augen schließen, weil hinsehen Kraft kostet, weil Aufmerksamkeit weh tut? Jesus kam seinen Jüngern in der Nacht des Abschieds mit Milde und Verständnis für das menschliche Scheitern entgegen. Wie sollten wir seine Kraft in unserem Leben einsetzen? Wann müssen unsere Augen und Sinne wachsam bleiben? Welchem Nächsten können wir beistehen?

Mit diesen Gedanken wandern wir schweigend hinter dem Kreuz zur markanten evangelischen Johanneskirche am Zeltinger Platz, einem der beiden halbrunden Schmuckplätze im Zentrum Frohnaus. Über eine große Freitreppe betreten wir die Backsteinkirche mit dem wuchtigen Turm, der an romanische Westwerke mittelalterlicher Wehrkirchen erinnert. Unser Holzkreuz wird am Altar abgelegt und wir hören einen Text aus dem Johannes-Evangelium (19,25): „Beim Kreuz Jesu standen aber seine Mutter und die Schwester seiner Mutter, Maria, die Tochter des Klopas und Maria aus Magdala“. Sie standen Jesus in seiner schwersten Stunde bei.

Seit 1929 ist die Johannes-Gemeinde, getrennt von ihrer Muttergemeinde Stolpe, selbständig, gewachsen aus der kleinen Notkirche in der Senheimer Straße. Der schlichte Innenraum ist durch spitzbogige Binder aus Stahlbeton gegliedert, die Felder dazwischen sind verputzt und enden in einer Holzdecke. Vor dem Altar befindet sich ein hoher Wandausschnitt, fast wie ein Triumphbogen. Unter der Kirche befinden sich Räume für ein vielfältiges Gemeindeleben. Auch die sich an die Kirche anschließenden Gebäude dienen dem Gemeindeleben, u. a. im Johannes-Café.

Die Kollekte des Kreuzweg-Kirchgangs ist für den Verein „Känguru“ bestimmt, der sich mit Hilfe von ehrenamtlichen Patinnen um Familien mit Neugeborenen kümmert.

In dem geräumigen Pfarrsaal werden wir nach der Andacht mit Tee und belegten Broten bewirtet und können uns in Gesprächen kennenlernen und austauschen.

Rosemarie Rietz

 

 

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