DIÖZESANVERBAND BERLIN

Frauen in der muslimischen Gesellschaft

28.02.2018

Zana Ramadani zu Gast bei der kfd - Buchvorstellung

Am 5. Februar 2018 stellte Zana Ramadani vielen interessierten Frauen und Männern ihr Buch „Die verschleierte Gefahr - Die Macht der muslimischen Mütter und der Toleranzwahn der Deutschen“ vor. Es ist ein sehr persönliches Buch, eng mit dem Schicksal der Autorin verknüpft.

Zana Ramadani wurde 1984 in Skopje geboren. Sie kam als Siebenjährige mit ihren Eltern nach Siegen. Dort lernte sie die westlichen Werte kennen und die Freiräume, die Mädchen in Deutschland haben. Im Gegensatz zu diesen Erfahrungen erlebte sie in ihrem liberal-muslimischen Elternhaus Gewalt und Unterdrückung, die vor allem von ihrer konservativen Mutter ausging. Mit 18 Jahren floh sie in ein Frauenhaus. Sie begründete die deutsche Abteilung der Frauenbewegung FEMEN, studiert Recht, Politikwissenschaften und Soziologe, tritt in die CDU ein und erwirbt 2009 die deutsche Staatsbürgerschaft.

Zana Ramadani, eine junge und selbstbewußte Frau mit Ihrer Tochter auf dem Schoß erläuterte den Zuhörer_innen, die Gefahr, die von muslimischen Müttern ausgeht. Sie tragen die Verantwortung bei der Erziehung ihrer Kinder. Ihre Angst ist groß, dass die Töchter die Familienehre beschmutzen könnten, weil sie ihre Jungfräulichkeit verlieren und kein muslimischer Mann sie dann mehr heiraten würde. Die Mütter wären schuldig und brächten Schande über die Familie, weil sie in der Erziehung versagt haben. Deshalb werden die Töchter, je älter sie werden von ihren Müttern kontrolliert bzw. frühzeitig verheiratet. Oft werden sie gezwungen Kopftuch zu tragen. Die Söhne werde verhätschelt, verwöhnt, bedient und zu Prinzen und damit letztlich zu Versagern erzogen, die in unserer leistungsbezogenen Gesellschaft nicht zurecht kommen. Dadurch tragen Mütter neben Institutionen wie Moscheen und islamische Verbände zur Radikalisierung junger Muslime bei.

Zana Ramadani setzt sich dafür ein, bei der Integration auf Frauen zusetzen. Ihnen müssen die Errungenschaften der westlichen Welt aufgezeigt werden und die Chancen, die sich ihnen bieten, denn in der muslimischen Welt sind sie für die Aufrechterhaltung der Familienehre zuständig. Sie sollen über ihre Rechte und Pflichten sowie Schutzmöglichkeiten informiert werden. Deshalb fordert sie für muslimische Frauen verpflichtende „Feminismuskurse“. Dort sollten sie über Rechte, Pflichten und Schutzmöglichkeiten von Frauen informiert werden. Bei Nichtteilnahme sollen Sanktionen greifen. Nicht durch Kürzungen von Leistungen, sondern durch Aussetzen von Anerkennungsverfahren. Darüber hinaus solle Emanzipationsgeschichte gelehrt werden.

Die lebhafte Diskussion nach dem Vortrag von Zana Ramadani drehte sich dann auch um diesen Punkt. Mehrheitlich ist man der Meinung, dass Integration gewollt und gewünscht sein muss und durch Kurse gefördert, aber nicht erzwungen werden kann.

Dazu passt der zweite Teil des Untertitels: „…der Toleranzwahn der Deutschen“. Unsere freiheitliche Grundordnung beruht auf gegenseitiger Toleranz, nicht auf erzwungener Migration. Flüchtlinge sind in Deutschland willkommen, sie werden gefördert und unterstützt. Sie sollten aber mit unserer Werteordnung einverstanden sein und sie sich zu Eigen machen. Das fängt sicherlich in den Familien an, aber nicht nur bei den Müttern. In den meisten Familien leben auch Väter, die zur Erziehung ihrer Kinder beitragen können.

Angelika Streich

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