DIÖZESANVERBAND BERLIN

Besuch auf dem St. Matthäus-Friedhof

Berlin ist reich an zu ehrenden Persönlichkeiten und es ist reich an Friedhöfen mit den Grabstätten dieser Persönlichkeiten. Um dies zu erkunden, trafen sich 20 Frauen der kfd im Erzbistum Berlin auf dem Gelände des Kirchhofs in Schöneberg. Sie wollten nach dem Besuch des Dorotheenstädtischen Friedhofs in Mitte im Jahr 2016 nun die Geschichte dieses bedeutenden Berliner Kirchhofs kennenlernen.

Von den sozialen und städtebaulichen Veränderungen der Gründerzeit zeugt der 1856 vor dem Potsdamer Tor eröffnete St.-Matthäus-Friedhof. Auf dem hügelig ansteigenden Gelände in Schöneberg, nahe der S-Bahnlinie 1, reihen sich schön gepflegte Gräber und glänzende Denkmäler aneinander. Am Eingang sieht man eine Tafel, auf der berühmte Namen und deren Grabstätten verzeichnet sind, allein 58 Ehrengräber. Wir finden die Namen der großen Philologen und Märchensammler Wilhelm und Jakob Grimm; den Sammler „Geflügelter Worte“ Georg Büchmann;

Carl Bolle, den Begründer der Bolle‘schen Meierei; die Pädagogin und Frauenrechtlerin Minna Cauer; den Bildhauer Friedrich Drake; die Frauenrechtlerin Hedwig Dohm; den Verlagsbuchhändlers Paul Parey; den Unternehmer und Eisenbahnkönig Bethel Strousberg, den Virologen und Politiker Rudolf Virchow und viele andere, die im Gedächtnis der Berliner Bevölkerung einen Platz gefunden haben.

Eine unserer Stationen war die Gedenktafel für die am 20. Juli 1944 ermordeten Widerstandskämpfer des gescheiterten Attentats auf Adolf Hitler Claus Schenk Graf von Stauffenberg, Ludwig Beck, Friedrich Olbricht, Albrecht Mertz von Quirnheim und Werner von Haeften. Sie wurden auf dem Alten St.-Matthäus-Kirchhof beigesetzt, wenig später von der SS exhumiert, im Krematorium Wedding verbrannt und die Asche auf Rieselfeldern verstreut. Mit einem „Vater unser“ gedachten wir ihrer.

Der eingetragene Verein Denk mal positHIV übernahm die Patenschaft für die ausgedehnte Grabstätte des Rentiers Albert Streichenberg, um einen Ort des Gedenkens und der Bestattung für Menschen mit HIV und AIDS in Berlin einzurichten.

Besonders traurig machte uns der im April 2008 eingeweihte „Garten der Sternenkinder“, eine Ruhe- und Gedenkstätte für Fehlgeburten, Totgeburten und Babys die während oder kurze Zeit nach der Geburt gestorben sind. Eine bunte Anhäufung von kleinen Grabstätten machte uns sehr nachdenklich. Das Gedicht „Für Sternenkinder: Du Kind bei Gott“, vorgetragen von Irmgard Königstorfer, erinnerte uns an das Leid der Eltern und die Hoffnung der Kinder.

Im gemütlichen Café Mannstein kamen wir anschließend zusammen, um uns aufzuwärmen und bei Kaffee und Kuchen den Besuch zu vertiefen.

Berlin, 11. November 2017

Rosemarie Rietz

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