DIÖZESANVERBAND BERLIN

Berliner Frauen waren in Helfta dabei

Zum achten Mal fuhr ein mit Frauen vollbeladener Bus von Berlin nach Helfta in das Zisterzienser-Kloster St. Marien, um an der Frauenwallfahrt der Diözese Magdeburg teilzunehmen. Im Gedenkjahr „500 Jahre Reformation“ stand die Wallfahrt unter dem Thema:

Wenn Frauen sich trauen, Brücken zu bauen.

Mit diesem Thema sollen Frauen ermutigt werden, „Brückenbauerinnen“ zu sein, da wo sie leben.

Auf der Hinfahrt haben wir uns mit diesem Thema vertraut gemacht, indem wir den Regenbogen mit seinen verschiedenen Farben betrachteten. Er ist wie eine Brücke zwischen Himmel und Erde, zwischen Zeit und Ewigkeit, zwischen Gott und Schöpfung. Der Regenbogen gilt als Symbol des Bundes zwischen Gott und den Menschen. Mit dem Lied „Regenbogen – buntes Licht“ und mit Impulstexten zu den Farben des Regenbogens nahmen wir wahr, dass Gott mit uns ist, uns behütet und beschützt. Wir können seiner Liebe und seinem Segen vertrauen.

In Helfta angekommen, hatten wir noch Zeit, um still zu werden und uns mit Liedern auf den Gottesdienst einzustimmen. Die Eucharistiefeier und die Predigt von Probst Hentschel aus Halle waren ganz auf das Thema Brücken bauen abgestimmt. Wir haben einiges sehr interessantes über die Ordensfrau Caritas Pirckheimer gehört. Sie lebte zu Zeiten Luthers als Äbtissin in Nürnberg und war Brückenbauerin zwischen den Konfessionen. Sie hatte keine Berührungsängste mit Andersdenkenden und hatte Kontakt zu großen Persönlichkeiten, z.B. Albrecht Dürer und Erasmus von Rotterdam. Als in Nürnberg die Reformation eingeführt wurde, widersprach nur ihr Kloster der Aufhebung mit Erfolg. Die Nonnen nahmen dafür schwere Beeinträchtigungen in Kauf. In einem Gespräch mit Melanchthon, der sie umstimmen wollte, kontert C. Pirckheimer mit einem Verweis auf Luthers Buch „Freiheit eines Christenmenschen“. Nach diesem ökumenischem Austausch gewinnt C. Pirckheimer die Hochachtung und Wertschätzung von Melanchthon.

Nach dem Gottesdienst konnten wir an den Verkaufsständen von sozialen Gruppen/Vereinen und im Klosterladen stöbern. Es bestand die Möglichkeit eine einfache Pilgerinnenverpflegung zu erwerben, im Kloster-Café zu verweilen, an einem Bäckerwagen leckeren Kuchen zu kaufen oder den Hunger mit mitgebrachtem Köstlichkeiten zu stillen. Nach dem Mittagessen konnten wir aus vielfältigen Angeboten das Wallfahrtsthema aufgreifen und vertiefen. Wer wollte, konnte auch am Gartenteich dem Froschkonzert lauschen, in der alten Klosterkirche oder der neuen Gertrudskapelle verweilen oder mit anderen Frauen ins Gespräch kommen.

In der Andacht am Nachmittag stand Caritas Pirckheimer noch einmal im Mittelpunkt. Am Ende der Wallfahrt wurde Sr. Rita Breuer mit Wehmut verabschiedet. Sie hat 10 Jahre die Frauenwallfahrt vorbereitet und geleitet. Im Herbst übernimmt sie im Kloster Benediktbeuren neue Aufgaben.

Erfüllt von neuen Begegnungen und schönen Eindrücken fuhren wir heimwärts. Mit beliebten Gesängen ließen wir die Wallfahrt ausklingen.

Angelika Streich

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