DIÖZESANVERBAND BERLIN

Bildungsreise nach Thüringen

Bildungs- und Begegnungsreise der kfd Berlin nach Thüringen

„Wo ist Behle?“ rief der Sportjournalist Bruno Moravetz während der Olympischen Winterspiele in Lake Placid 1980 verzweifelt in sein Mikrofon. Er und Millionen Zuschauer haben den Langläufer Behle nicht gefunden.

Den reiselustigen Teilnehmern der kfd im Erzbistum Berlin erging es im Jahr 2017 ähnlich. Die Ankündigung, dass wir nach Lehesten, die Stadt des Blauen Goldes, fahren, rief Kopfschütteln hervor. Kaum jemand wusste, wo dieser Ort liegt. Nur unsere seit 25 Jahren bewährte Reiseleiterin Gerlinde Maus war im Bilde. Sie entführte uns für fünf Tage in das fränkisch-thüringische Schiefergebirge. Wie gut ihre Entscheidung war, konnten wir nach fünf Tagen bestätigen.

In Lehesten, 1071 erstmals urkundlich erwähnt, wird schon seit dem 13. Jahrhundert Schiefer abgebaut, was den Menschen der Region zu bescheidenem Einkommen und wachsender Infrastruktur verhalf. Der abgebaute Dach- und Wandschiefer konnte in entlegene Teile des Landes transportiert werden. 1910 wird die erste deutsche Dachdeckerschule eröffnet. Nach einer Zweckentfremdung als Grenzkaserne dient sie heute wieder als Schule für den Nachwuchs der Dachdecker. Die Vorkommen von Schiefer im Raum Lehesten sind heute erschöpft. 2009 wurde die Förderung eingestellt. Die Gruben des Tagebaus mit 70 Meter tiefem See und Förderanlagen zum Abbau des Schiefers unter Tage dienen als spannendes Freilichtmuseum „Technisches Denkmal Historischer Schieferbergbau“. Am Rande dieses „Staatsbruch“ genannten Geländes entsteht ein neues Erholungsgebiet mit Wanderwegen, auch zum Rennsteig.

In einige der denkmalgeschützten Gebäude des ehemaligen Werkes ist ein Hotel eingezogen, das uns für diese Woche beherbergt und verköstigt.

Wie immer auf den Reisen der kfd Berlin, erwartet uns ein strammes Programm. Es beginnt, wie sich das für eine kirchliche Reisegruppe gehört, mit der Besichtigung der evangelischen Dorfkirche mit der größten Schiefertafel der Welt und der Nachricht, dass der Reformator Martin Luther hier auch schon gewesen ist.

Wie diffizil das Eindecken eines Daches mit Schiefer ist, wird uns im Schiefermuseum in Ludwigstadt von zwei kenntnisreichen Damen erklärt und auch, wie die von vielen noch erlebte Schiefertafel hergestellt wird.

Eine weitere spannende Station unsere Reise ist das Flakon-Museum in Kleintettau. In der Ausstellung „Parfümflakons – Eine Zeitreise durch das 20. Jahrhundert“ treffen wir viele Bekannte. Fast alle kunstvollen Behälter für Parfüms und Kosmetika werde hier hergestellt.

Ebenso interessant sind das Spielzeugmuseum in Sonneberg, das uns an unsere Kindheit erinnert; das Klöppelmuseum in Nordhalben, wo wir die kunstvolle Herstellung von zartesten Gespinsten aus längen Fäden bewundern können; die Burg Lauenstein, gelegen auf einem Bergkegel hoch über der Loquitz und das Technische Schaudenkmal „Giesserei Heinrichshütte“. Unverdrossen bewältigen wir heiße Glasherstellung, Anstiege zur Burg Lauenstein und lange Wege in den Ausstellungen.

Aber auch für Vergnügen wird gesorgt. In einem Café in Lauenstein genießen wir Kaffee und überdimensionale Windbeutel und in der Konfiserie Lauenstein, in einer ehemaligen Mühle gelegen, werden wir in die Geheimnisse der Pralinen-Herstellung eingeweiht. Eine Versuchung für alle ist der angeschlossene Verkaufsraum. Wir fahren mit großen Einkaufstüten bewaffnet wieder weg.

Nach dieser ereignisreichen Woche fährt uns der umsichtige Fahrer Carsten Menzel wieder nach Berlin. Eine müde Gesellschaft freut sich trotzdem auf die nächste Reise in der Gemeinschaft der kfd im Erzbistum Berlin.

Berlin, 8. Mai 2017

Rosemarie Rietz

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