DIÖZESANVERBAND BERLIN

Maria von Magdala - Apostelin

Die Mitglieder der kfd beschäftigten sich während ihrer Diözesanversammlung mit Maria von Magdala, die wohl bedeutendste Frau im Neuen Testament. Die Referentin, Frau Irmengard Kobusch, stellvertretende Bundesvorsitzende, hat uns diese Frau sowohl biblisch, geistlich-spirituell als auch kirchenpolitisch näher gebracht. Aus biblischer Sicht konnten wir folgende Erkenntnisse gewinnen:

  • alle vier Evangelisten berichten ausführlich von Maria von Magdala. Sie wird konsequent, „die aus Magdala“ genannt. Magdala war zu Jesu Zeiten eine bedeutende und reiche Stadt.

  • In der Frauenliste bei Mk., Mt. und Lk wird sie stets an erster Stelle genannt.

  • Sie wird nicht wie die meisten Frauen über einen männlichen Verwandten identifiziert, woraus der Schluss gezogen werden kann, dass sie eigene Einkünfte hatte und wirtschaftlich selbständig war.

  • Aus den Bibelstellen können wir entnehmen, dass Maria von Magdala zu einer Frauengruppe gehörte und zusammen mit den männlichen Jüngern Jesu nachfolgte.

  • Maria von Magdala war von Anfang an dabei, von Galiläa begleitet sie Jesus nach Jerusalem, wird Augenzeugin seines Kreuzestodes, beobachtet die Grablegung und hält Grabwache.

  • Sie ist die erste Empfängerin und Verkünderin der Osterbotschaft.

In den apokryphen Schriften wird die Magdalentradition verschieden weitergeschrieben. Im Evangelium der Maria wird sie zur Stellvertreterin Jesu. Sie ist den Zweifeln und Ablehnungen der Apostel ausgesetzt.

Wie kam es nun zu der Legendenbildung von Maria von Magdala? Papst Gregor der Große hat in seinen Magdalenhomilen verordnet, dass Maria von Magdala, Maria von Bethanien und die salbende Sünderin ein und die selbe Person seien. Seit dem Mittelalter bis zur Gegenwart wird sie als Sünderin, Büßerin und Prostituierte bezeichnet.

Papst Franziskus hat Maria von Magdala den Aposteln gleichgestellt und so das kirchliche Nachdenken über die Würde der Frau und deren Rolle angeregt. Bereits 2013 haben die deutschen Bischöfe erklärt „Frauen noch stärker bei der Wahrnehmung ihrer Verantwortung zu fördern...“ Sie wollen den Anteil der Frauen in Führungspositionen erhöhen und die Entwicklung in fünf Jahren prüfen.

Die Mitglieder der kfd sind der Frage nachgegangen, welche Impulse für die Rolle von Frauen in der Kirche von Maria von Magdala ausgehen. Die Ergebnisse werden zusammen getragen und beim nächsten Bischofsgespräch besprochen werden.

Angelika Streich

Nah dran

Herbstbeilage der Diözesanverbände Berlin, Görlitz, Erfurt, Magdeburg, Dresden-Meißen zu "Frau und Mutter" Mitgliederzeitschrift der kfd

Frauen sind ein wesentlicher Teil der Kirche, Interview mit dem neuen Präses Michael Noack der kfd im Bistum Görlitz. 

Besuch der Stadtteilmütter in Neuköln: Berliner kfd-Frauen lernen im Rahmn ihres Jahresprogramms "Ungewöhnliche Orte" andere Lebensweisen kennen.

Anstehende Veranstaltungen

26.09.2019
DV Berlin, Klopstockstr. 31, 10557 Berlin
08.10.2019
DV Berlin, Lahnstr. 78, 12055 Berlin