DIÖZESANVERBAND BERLIN

Besuch auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof

Bei herbstlichen Temperaturen versammelten sich 15 kfd-Frauen in der Chausseestraße, um den Dorotheenstädtischen Friedhof einen Besuch abzustatten. Er ist einer der prominentesten Friedhöfe mit 36 Ehrengräbern des Landes Berlin. Viele prominente Persönlichkeiten, die in Berlin gewirkt haben, fanden hier ihre letzte Ruhe. Die Besucherinnen konnten bei ihrem Spaziergang herrschaftliche Grabstätten besichtigen und etliche gut erhaltene Gräber aus dem 18. Jahrhundert bewundern.

Der Friedhof hat seinen Namen vom Gebiet der Dorotheenstadt, das der Große Kurfürst 1670 seiner zweiten Frau Sophie Dorothea schenkte. Sie wurde mit einem rechtwinkligen Straßennetz bebaut und erhielt 1681 den Namen „Dorotheenstadt“. Auf dem Neustädtischen Kirchplatz wurde die Kirche mit dem Friedhof erbaut. 1943 brannte die Kirche nach einem Luftangriff aus und wurde 1965 abgetragen. 1763 verlegt die Dorotheenstädtische Gemeinde ihren Kirchhof an die Chausseestraße vor die Tore Berlins, um dem Preußischen Landrecht nachzukommen, das Bestattungen innerhalb des Stadtgebietes und in der Nähe der Kirchen nicht mehr zuließ.

Zunächst war der Friedhof ein Begräbnisplatz für einfache, oft mittellose Bürger. Die Ansiedlung so wichtiger Institutionen wie der Akademie der Künste, der Bauakademie, der Akademie der Wissenschaften, der Berliner Universität u. a. in unmittelbarer Nähe führte dazu, dass die Beschäftigten dieser Institutionen ihre Bewohner auch hier bestatten lassen wollten. Damit wuchs die gesellschaftliche Bedeutung des Dorotheenstädtischen Friedhofs, die Grabmäler wurden aufwändiger und künstlerisch anspruchsvoller. Heute beinhaltet er 36 Ehrengräber mit 43 geehrten Persönlichkeiten. Nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs wurde in den 1960er Jahren die Umwandlung in eine Grünanlage erwogen. Heute steht die Anlage unter Denkmalschutz.

Viele der alten Grabstätten zieren auch heute noch gusseiserne Kreuze, Figuren, Schmuckelemente und Gitter. Sie stammen aus der 1804 gegründeten Königlichen Eisengießerei Berlin, deren Produkte weit über Berlin hinaus bekannt waren.

Berühmte Berliner Persönlichkeiten sind hier bestattet und ihre Grabausstattungen wurden von bekannten Bildhauern gestaltet, so Karl Friedrich Schinkel, Johann Gottfried Schadow, Christian Daniel Rauch und Friedrich August Stüler.

An die Widerstandskämpfer Klaus Bonhoeffer, Hans von Dohnanyi, Justus Delbrück u. a. erinnert ein besonderes Denkmal. Eine Schrifttafel erinnert an ein Massengrab mit 64 Unbekannten, die in den letzten Tages des Krieges in der Umgebung des Friedhofs ums Leben kamen.

Eine Reise durch die Berliner Geschichte kann man beim Durchstreifen des idyllischen Friedhofs machen. Hier fanden ihre letzte Ruhe Bertold Brecht, Helene Weigel, Heinrich Mann, August Borsig, Johannes R. Becher, Hiemer Müller, Lothar Bisky, Günter Gaus, Stefan Hermlin, Ernst Litfaß, Otto Nuschke, Otto Sander, Willi Schwabe, Fritz Teufel, Egon Bahr und als einziger Staatsmann der ehemalige Bundespräsident Johannes Rau.

Ein Besuch dieses Kleinods der Berliner Geschichte lohnt sich in jedem Fall, auch um die laute Stadt für einige Zeit zu verlassen.

Der Nachmittag klang aus mit einem Besuch des Büros des kfd-Bundesverbandes in der Chausseestraße.

Rosemarie Rietz

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