DIÖZESANVERBAND BERLIN

Besinnungswochenende im Advent

Zeit der Freude – Freudenzeichen

„Es ist für uns eine Zeit angekommen!“ So singt ein altes Weihnachtsliedvon einer Zeit der Freude. Allen Widersprüchen und Gegenbeispielenzum Trotz feiern wir mit dem Weihnachtsfest den Anbruch einerneuen Freudenzeit. Wir spüren der Tiefe und Herausforderung vonWeihnachten nach. Aber können wir uns noch „echt“ freuen? Was istdas überhaupt für ein Gefühl? Worauf freuen wir uns, bei uns selbstund in der Welt? Was lässt Freude zu, was „verdirbt“ sie uns?Gott möchte, dass wir glücklich sind, es ist sozusagen „unser Geburtsrecht“.Welche Rolle spielt dies in unserem Leben als Christin und Frau?Dürfen wir überhaupt froh sein angesichts Klimakatastrophe undGewalt? Welche Zeit ist in unserem Leben und unserer Welt wirklich angebrochen?Gemeinsam machen wir uns auf die Suche nach der Freudeund finden so auch die Spuren Gottes in unserem Leben. Gesprächeund Stille, Musik und Kreativität begleiten uns.

Herzliche Einladung  Gabriele Kraatz und Angelika Plümpe

Zeit und Ort
Freitag 06.12.2019, 18:00 Uhr (Abendessen)
Sonntag 08.12.2019, 13:00 Uhr (Mittagessen)


EC – Begegnungs- und Bildungszentrum
Woltersdorf
Schleusenstraße 50, 15569 Woltersdorf
www.ec-bub.de


Leitung
Gabriele Kraatz
Referentin für Frauenpastoral
Angelika Plümpe
Theologin u. Geistliche Begleiterin kfd Berlin


Kosten
80,– bis 90,– Euro (Selbsteinschätzung)


Info und Anmeldung
Erzbischöfliches Ordinariat Berlin
Frauenpastoral
Niederwallstr. 8-9, 10117 Berlin
030 32684 - 530
erwachsenenseelsorge@erzbistumberlin.de

ökumenischer Frauengottesdienst anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen

am Montag, den 25.11.2019 um 18:00 Uhr in der Katholischen Kirche St. Augustinus, Dänenstr. 17, 10439 Berlin.

Sie sind herzlich eingeladen zum Gottesdienst und zur Informationsveranstaltung mit Barbara Deml, Pfarrerin für Ökumene und Weltmission zur Initiative Thursdays in black.

Wir freuen uns auf Sie.

 

 

30 Jahre Mauerfall

auf Initiative der Patoralreferentin Ingrid Müller aus Trier berichten drei Frauen aus Ostdeutschland für das Wochenblatt Paulinus (Ausgabe 44 vom 03.11.2019) und erzählen wie sie die Zeit um den 09. November erlebt haben:

Der Herbst 1989 war für Deutsche in Ost und West kein Herbst wie andere. Menschen flohen aus der DDR. Am 9. November fiel die Mauer in Berlin. Drei Frauen erinnern sich.

Von Ingrid Müller

In diesen Wochen jährt sich zum dreißigsten Mal der für Deutschland so geschichtsträchtige Herbst 1989. Die meisten werden sich gut an den Spätsommer des Jahres erinnern. Menschen aus der DDR flohen über Ungarn nach Österreich. Tausende verharrten in der deutschen Botschaft in Prag. Mit dem denkwürdigen Auftritt von Außenminister Hans-Dietrich

Genscher dort am 30. September begann die „heiße Phase“, die mit dem Fall der Berliner Mauer am 9. November endete.

Im Bundesverband der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) lernte ich einige

kfd-Frauen aus den östlichen Bundesländern kennen. Drei von ihnen skizzieren ihre Erinnerungen, und ich bin ihnen dankbar, dass sie uns teilhaben lassen. So können wir hier im äußeren Westen des Landes etwas von der Stimmung vor Ort erfahren, eventuell nachvollziehen.

Barbara Striegel aus Merseburg erzählt mir: „Seit der Grenzöffnung in Ungarn machte sich eine lähmende Stimmung breit. Etliche Menschen aus meinem Umfeld gingen in den Westen. Mit

drei kleinen Kindern kam das für uns nicht in Frage. Wir hatten einige Westbesuche machen können, die Kinder mussten zurückbleiben. Mich überforderte die laute und bunte Fülle im Westen irgendwie, so dass ich immer froh war, zurück in der DDR zu sein.

Dass es keine Gewalt gab, war wie ein Wunder. Im September begannen auch in Merseburg Montagsandachten und Demonstrationen. Als engagierte Katholiken hatten wir in unserer Gemeinde gewisse Rückzugsräume zur freien Meinungsäußerung. Schon in der Zeit der

40-Jahr-Feier der DDR am 7. Oktober war Unruhe in der Öffentlichkeit zu spüren, dann kam die

Großdemonstration in Berlin am 4. November. Wir verfolgten die West- und Ostnachrichten. Man wusste, dass Listen für geplante Internierungen kursierten. Dass während dieser Zeit keine Gewalt ausbrach, war wie ein Wunder. Die so schnelle Wiedervereinigung überraschte uns, weil es zunächst nur den Wunsch nach Reformen in der DDR gab. Für unsere Familie war es aber gut, besonders im Blick auf die Zukunft der Kinder. Außerdem hatten wir das Glück, nie arbeitslos zu werden. Erst im Nachhinein wurde das Ausmaß des Chaos bekannt und

wie runtergewirtschaftet die DDR war.“

Große Angst bei Montagsdemo

Frau M. aus der Nähe von Leipzig berichtet: „Für mich persönlich war die Zeit nicht leicht.

Freunde von mir und meiner Tochter hatten die DDR verlassen, und ich hatte Angst, die Tochter

und auch andere könnten die gleichen Gedanken haben. Für mich persönlich galt: Hier bist du hingestellt, hier hast du deine Aufgabe (ich war hauptamtlich in der katholischen Kirche angestellt), hier bleibst du. Die Montagsgottesdienste gab es schon seit Jahren. Ich musste

jetzt auch erleben, dass nach einem ganz normalen Sonntagsgottesdienst

um 17 Uhr in der Nicolai- Kirche die Polizei genau wie montags alles abgesperrt hatte. Die Montagsdemo, an die jetzt besonders erinnert wurde (9. Oktober) habe ich mit dem großen Gefühl der Angst in Erinnerung. Die Kirchen hatten eine Kirche als Zufluchtsort bereitgestellt, und wir fürchteten, dass aus einem dunklen Gebäude (sonst immer hell erleuchtet) heraus auf uns geschossen würde. Danach aber kam jeden Montag mehr Hoffnung auf. Es war eine Zeit, neu nachzudenken und viele Gespräche zu führen.“

Angelika Streich aus Berlin schreibt:

„Der Fall der Mauer kam für mich völlig überraschend. Nie hätte ich mir vorstellen können, dass es die innerdeutsche Grenze nicht mehr geben würde. Die Wochen vor dem Mauerfall waren sehr spannungsgeladen. Am 40. Jahrestag der DDR mit Militärparade und Volksfest wurde auch demonstriert, es kam zu Festnahmen und Gewalt. Friedensgebete und Montagsdemonstrationen verliefen friedlich, doch immer war die Angst da, dass die Situation

eskaliert, es zu Gewalt und Militäreinsatz kommt. So auch bei der Großdemo am 4. November

auf dem Alexanderplatz; es ging um Reise- und Pressefreiheit und freie Wahlen. Es war die erste genehmigte Demonstration der DDR, und es kamen circa eine Million Menschen. Bei mir war die Angst wieder groß, dass die Situation eskaliert mit Gewalt und Verhaftungen. Mit zwei kleinen Kindern blieb ich zu Hause und verfolgte die Demo am Fernseher, mein Mann nahm daran teil. In der Gemeinde wurde die St.- Martinsfeier vorbereitet, die dann ausfiel – alle fuhren nach Westberlin.

Am 9. November sah ich mit meinem Mann in Köln die Tagesschau. Wir hatten eine Reisegenehmigung anlässlich des 60. Geburtstags meines Onkels. Die Nachricht von der Öffnung der Mauer konnte ich nicht glauben und fassen. Statt Freude machte sich Angst breit. Unsere Kinder waren im Ostteil Berlins bei der Oma. Wir haben sofort telefoniert, ob alles in Ordnung ist, ob sie mit den Kindern vielleicht nach Westberlin gefahren ist. Ich hatte Angst, dass die Mauer kurzerhand wieder geschlossen wird und wir unsere Kinder nicht mehr wiedersehen dürfen. Wir brachen unseren Aufenthalt in Köln sofort ab, fuhren zurück und machten kurz Halt in Westberlin, was normalerweise nicht erlaubt war.

Eine Stadt im Freudentaumel

Die Menschen waren noch immer im Freudentaumel. Ich war glücklich, mit der Familie Verwandte und Freunde in Westberlin besuchen zu können. DieAngst, dass die Mauer wieder errichtet würde, begleitete mich noch einige Zeit. Sehr gerne wäre ich am 9. November auf der Bornholmer Brücke dabei gewesen und hätte mitgefeiert, -gejubelt und -getanzt. Ich bin glücklich und froh, dass die Mauer gefallen ist und Deutschland wieder vereint ist, dass ich in einem freiheitlichen Land, in einem Rechtsstaat und in einer Demokratie leben kann.“

Sorgen wir dafür, dass das auch so bleibt.

Unsere Autorin Ingrid Müller

ist Pastoralreferentin in Trier.

Wortgottesdienstfeier zu maria 2.0 auf dem Bebelplatz

setzte Zeichen zur Erneuerung der Kirche

Erzbischof Heiner Koch: „Wir müssen als Kirche zusammen bleiben, statt uns zu trennen.“

Am Sonntag, den 03. November kamen ca. 150 Teilnehmer*innen trotz des Regens auf den Bebelplatz um Gottesdienst zu feiern und ein Zeichen für die Erneuerung der Kirche zu setzen. Bei der Begrüßung und Eröffnung des Gottesdienstes forderte Angelika Plümpe, theologische Begleiterin der kfd im Erzbistum Berlin: „Die unbiblische und menschenrechtswidrige Verweigerung der Gleichberechtigung gegenüber Frauen muss endlich beendet werden.“ Nur mit einer Ämteröffnung und voller Gleichberechtigung von Frauen in allen Funktionen werde es eine neue Glaubwürdigkeit für die römisch-katholische Kirche geben. „Eine Kirche, die zu den wichtigen Fragen und Themen gehört werden und glaubwürdig sein will, muss Geschlechtergerechtigkeit vorleben.“

Anne Borucki-Voss von Evas Arche ging in ihrer Ansprache auf die Erzählung von der Heilung der Tochter der Syrophönizierin ein. Man könne dieser Bibelstelle auch eine andere Überschrift geben. Die Frau, die Jesus belehrte. Dieser Perspektivwechsel machte ihr Mut, mit guten Argumenten Veränderungen zu bewirken: Begegnungen auf Augenhöhe mit Amtsträgern in der katholischen Kirche. „Dass Argumente ausgetauscht werden und nicht von vorneherein feststeht, wer Recht hat.“ Und wenn Jesus lernfähig sei, sollte auch die Kirche lernfähig sein, sich verwandeln zu lassen von Frauen, die anfragen, ob alle Regelungen denn wirklich im Sinne des Evangeliums sind.

In den Fürbitten wurde der Geist Gottes erbeten für die, die eine neue Ehe eingegangen sind, die einen Menschen gleichen Geschlechts lieben, die sich nicht in einem binären Geschlechtermodell oder in einer heteronormativen Lebensweise wiederfinden, die den Ruf zur Priesterin gehört haben und deren Berufung nicht gehört wird, die sich für Veränderungen einsetzen. Der trotz Regens gut besuchte Gottesdienst endete mit dem Segen Gottes, „den wir Vater, Sohn und Heilige Geistkraft nennen“.

Bei der anschließenden Begegnung im Kathedralforum stellte sich der Erzbischof Heiner Koch den Fragen der Teilnehmer*innen. Besorgt stellte er fest: „Ein Riss geht durch die Kirche“. Er skizzierte einige Schwierigkeiten hin zum synodalen Weg angesichts einander widersprechender Erwartungen an die Kirche. So betonte er die wertschätzende Glaubenswahrheit von der unterschiedlichen Sicht auf Mann und Frau. Auch verlange der Blick auf die Weltkirche und die Ökumene mit den orthodoxen Kirchen Rücksichtnahmen. Wichtig sei, als Kirche zusammenzubleiben und sich nicht zu trennen.

Dem widersprach Barbara John vom Katholischen Deutschen Frauenbund (KDFB) entschieden: „Mit solchen Abwiegelungs-Argumenten muss jetzt Schluss sein. So was können Frauen nicht länger mittragen.“ Juliane Link, Referentin in der Katholischen Studierendengemeinde Berlins, fand viel Beifall für ihr Statement: „Dass es kein geweihtes Frauenpriestertum gibt, schränkt die beruflichen Möglichkeiten und die Sichtbarkeit von Frauen in der Kirche erheblich ein.“ Viele Studentinnen hätten die Sehnsucht danach, Diakonin oder Priesterin zu werden. Diese könnten sie aber nicht leben. „Das schwächt uns Frauen, die wir hauptberuflich für die Kirche arbeiten.“

In ihrer täglichen Arbeit merke sie, dass es gerade für junge Akademikerinnen immer schwieriger sei, sich mit einer Kirche zu identifizieren, die von patriarchalen Strukturen geprägt ist und Frauen marginalisiert. „Das entspricht nicht mehr dem Selbstbild der Studentinnen von heute.“ Viele der Studentinnen wünschten sich eine Kirche, mit der sie sich als emanzipierte Frauen identifizieren könnten. Dass sich junge Frauen und Männer in Zukunft wieder mehr mit der Kirche solidarisierten, könne nur gelingen, „wenn das Lehramt zu einem neuen Frauenbild findet und Frauen die gleiche Verantwortung und Wirksamkeit zugesteht“.

Bettina Stein beklagte, dass das Geschlecht entscheidendes Kriterium für Ämter in der Kirche sei. Das Festhalten an der „Exklusivität des Weiheamtes“ geißelte sie als „klerikalen Machtmissbrauch“ gegen das Heilsversprechen Jesu in dieser existenzgefährdenden Krise.

Pfarrer P. Kalle Lenz SAC stellte Brüche zwischen dem Reich Gottes und dem real-existierenden Katholizismus fest. „Einige Sachen liegen schräg.“ So zitierte er einen Mitbruder mit den Worten: „Die Bischöfe sollen aufhören, so zu tun, als ob ihnen die Kirche gehöre.“ Die ganze Gemeinde sei gefordert. Weihnachten sei nicht das Fest der „Mann-Werdung“, sondern der „Mensch-Werdung“. Madeleine Delbrel habe gesagt: „Es ist nicht klug, wenn wir die Männer alleine lassen.“

Gertraud Tochtermann (Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands, kfd) beklagte, dass sich viele Hoffnungen des Zweiten Vatikanischen Konzils nicht erfüllt hätten. Nur durch Veränderungen in der Kirche könne aus dem Mitgliederverlust ein Mitgliederzugewinn werden. Viele weitere Stimmen mahnten konkrete Veränderungen an. Es könne nicht angehen, dass „Schafe“ allein gelassen würden, nur weil keine männlichen Schafe voran gingen.

„Zeichen setzen“ war die Antwort vom Erzbischof auf die vielen Anregungen. „Auch wir in der Kirche pflegen nicht immer einen guten Stil. Wir müssen noch viel lernen.“ Er verwies auf die Berufung einiger Frauen in Leitungsämter des Generalvikariats und auf wieder steigende Priesterweihen. „Wir haben mehr Priesteramtskandidaten als das Bistum Münster.“

Im anschluss an die Statements und die Ausführungen des Erzbischofs kam es unter den teilnehmer*innen zu einem angeregten Austausch.

Walter Plümpe, 03.11.2019

s. auch Pressemitteilung

 

gleich und berechtigt

Die Zeit ist reif, dass Frauen endlich gleichberechtigt die Kirche mitgestalten. Sie sehen das auch so? Unterstützen Sie uns bei unseren Forderungen.

Machen Sie sich mit uns gemeinsam stark für eine Kirche, in der Frauen Zugang zu allen Diensten und Ämtern haben und endlich zu 50 Prozent an allen Entscheidungen beteiligt sind.

Wir sind davon überzeugt: Wenn die katholische Kirche zu den wichtigen Fragen und Themen gehört werden und wenn sie glaubwürdig sein will, muss sie Geschlechtergerechtigkeit vorleben.

Geben Sie uns Ihre Stimme

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Bundesversammlung

Auf der Bundesversammlung, die vom 20. Juni bis 22.Juni 2019 in Mainz statt fand, haben die Delegierten am 21. Juni 2019 das Positionspapier "gleich und berechtigt. Alle Dienste und Ämter für Frauen in der Kirche" einstimmig verabschiedet.

Mit Nachdruck fordert die kfd darin die längst fällige Gleichberechtigung von Frauen und Männern in der Kirche und den Zugang von Frauen zu allen Diensten und Ämtern in der Kirche.

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Außerdem wurde das Positionspapier "nachhaltig und geschlechterrecht weltweit" verabschiedet.

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Maria 2.0

Frauen und Männer sind der Einladung maria 2.0 gefolgt und kamen am Donnerstag, 16.05.2019 zum Gottesdienst vor die St. Hedwigskathedrale und haben ein wichtiges Zeichen zur Erneuerung der Kirche gesetzt.

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Diözesanversammlung

Am 30.03.2019 kamen 38 Delegierte zur ordentlichen Diözesanversammlung in die Geschäftsstelle der kfd. Auf Grund der Glaubwürdigkeitskrise, die durch das Bekanntwerden des sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche verstärkt wurde, beschäftigten sich die Delegierten mit dem Missbrauchsskandal. Zunächst wurden die Fakten bekannt gegeben und danach im Austausch Lösungsmöglichkeiten zusammengetragen. Wichtige Ergebnisse waren: mit den Betroffenen sprechen, ihnen glauben und sie stärken. Alle, die mit Kindern und Jugendlichen zu tun haben. sei es in der Familie oder in den verschiedenen Einrichtungen müssen geschult werden und die Kinder müssen über sexuelle Übergriffe aufklärt werden. Das überhöhte Bild des Priesters muss sich ändern. Sie sind durch ihre Weihe keine besseren Menschen.

Am Nachmittag wurde ein neues Leitungsteasm gewählt. Dem Leitungsteam gehören nun an: Christa Drutschmann, Irmgard Königstorfer, Gabriele Kraatz, Angelika Plümpe, Rosemarie Rietz, Maria Schmülling und Angelika Streich.

Verabschiedet wurde Edith Hoppe.Sie hat nicht mehr kandidiert.

Eine Kirche für viele statt heiligem Rest

06.02.2019

Buchvorstellung im Bernhard-Lichtenberg-Haus durch Kathedralforum und Frauengemeinschaft:

„Eine Kirche für viele statt heiligem Rest“ von Erik Flügge und David Holte

BERLIN. „90 Prozent der Kirchenmitglieder nehmen nicht am Gemeindeleben Teil. Sie zahlen nur für den Rest. Kann das wirklich die Idee einer Kirche sein?“ Diese Frage stellte Co-Autor David Holte seinen gut 30 Zuhörern im Bernhard-Lichtenberg-Haus. Bettina Birkner vom Kathedralforum und Angelika Streich von der katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands hatten ihn zur Vorstellung seines Buches eingeladen. Zusammen mit Erik Flügge hatte der junge Kölner zum letzten Katholikentag in Münster das Buch geschrieben „Eine Kirche für viele statt heiligem Rest“.

70 Seiten „provokant und subjektiv“, wie er einräumte.

Trotz vieler Belege für einen Glaubensschwund hat Holte das Christentum noch nicht aufgegeben. „Ich glaube noch daran, dass es bestehen kann. Weil das Christentum vielleicht die faszinierendste unter allen Religionen ist. Die eine Religion, die nicht den Sieger feiert, sondern den Gekreuzigten“, las er aus seinem Buch vor.

Den Abend eröffnete er mit einem kleinen gedanklichen Experiment: „Ich möchte mir eine Kirche vorstellen, die 90 Prozent ihrer gesamten zur Verfügung stehenden Mittel für die 90 Prozent ihrer Mitglieder aufwendet, die heute nicht am Gemeindeleben teilnehmen. Die 10 Prozent, die heute alles bekommen, sollen in dieser Kirche den Anteil haben, der ihnen entspricht: ein Zehntel vom Ganzen.“

Was könnte diese Kirche tun, wenn sie all ihr Geld in Personal investieren würde?, fragte er weiter. Und am Ende seiner Zahlenspiele stand ein ganzer Arbeitstag, der pro Haushalt zur Verfügung stünde. „Für die allermeisten wäre das unfassbar viel mehr als alles, was sie jemals mit ihrer Kirche erlebt haben“, resümierte er. „Sehr viel Zeit für alle – außer natürlich für die Wenigen, die seither alles bekommen.“ Die wenigen Kirchenmitglieder, die aktiv am Gemeindeleben teilnehmen, „nehmen alles für sich und teilen nicht gerecht“. Das verstand er nicht als Vorwurf, da die Kirche genau diese Nutzung anbiete.

Für eine Gemeinde mit 5.000 Haushalten ließen sich mit 30 Personen ein Besuch für jeweils zwei Stunden finanzieren, „und das sechs Stunden am Tag, also drei Besuche pro Mitarbeiter pro Tag“. Das ergäbe zusammen 43.200 Besuche, ohne eine einzige Überstunde gesammelt zu haben. Bei 5.000 Haushalten würde jedes Gemeindemitglied sogar über acht Mal besucht. „Beinahe jeden Monat könnte man an der Türe klingeln und sich Zeit nehmen. Nicht nur einen Moment, sondern ganze zwei Stunden lang. Man könnte über Gott und die Welt sprechen und vielleicht genau das werden, wofür sich viel zu viele Menschen heute Therapeuten suchen: Seelsorger.“

Statt in Hausbesuchen stecke das Geld im Unterhalt von Gebäuden, in Diözesanverwaltungen, Universitäten, Struktur und Binnenkultur. „Es steckt überall, nur nicht im Glauben vieler Mitglieder“, beklagte Holte die Privilegien der 10 Prozent. Und diese Minderheit wolle keine Veränderung dieser Situation. Dieses Zehntel der Kirchenmitglieder „weiß sehr genau, dass jede Veränderung zugunsten der anderen Mitglieder zu ihren Lasten geht“. Daher würden die Privilegien hartnäckig verteidigt. „Nichts darf sterben, aber alles im langen Siechtum verweilen.“

Hinter diesem Vorwurf sah der Autor „systemischen Egoismus“ und forderte eine Umkehr des Prinzips vom Abwarten zum Aufsuchen. „Eine Kirche der Vielen, eine Kirche der Zukunft trennt sich von Immobilien und der damit verbundenen Verantwortung. Sie stellt konsequent ein, was nur aus verzweifeltem Festhalten an der Tradition weiter getragen wird.“ Eine Kirche, die weiter bestehen wolle, müsste sich allen ihren Mitgliedern zuwenden, den 100 Prozent und nicht nur weiterhin den 10 Prozent.

Seine provokanten Thesen beendete David Holte mit einem Vorschlag: Postkarten an alle Gemeindemitglieder zu Ostern, handgeschrieben von Mitgliedern. Der Text könnte lauten: „Ostern ist das wichtigste Fest für uns Christen. Wir feiern, dass Jesus von den Toten auferstanden ist, und hoffen deshalb darauf, dass auch wir von den Toten auferstehen. Sie sind Mitglied in unserer Kirche, und darum wollen wir Ihnen mit dieser Karte Hoffnung machen. Wir glauben, dass Sie auferstehen werden. Herzliche Grüße von Ihrer Kirchengemeinde. Schön, dass Sie bei uns Mitglied sind.“

Walter Plümpe

sexueller Missbrauch in der katholischen Kirche

Unter dem Motto #MachtLichtAn fordert die kfd die deutschen Bischöfe auf, Licht in das Dunkel der Missbrauchsverfälle zu bringen, verkrustete Machtstrukturen abzuschaffen, unabhängige Missbrauchsbeauftragte einzuetzen und die kirchliche Sexualmoral zu verändern. 

Als Berliner*innen haben wir uns an der Unterschriftenaktion beteiligt und mehr als 50 Postkarten unterschrieben, die der Deutschen Bischofaskonferenz zu ihrer Frühlingstagung übergeben werden.

 Informationen

In der Frankfurter Allgemeinen Zeitung  ist am Sonntag, 03.02.2019 ein offener Brief von Theolog*innen und Prominenten  an Kardinal Marx veröffentlicht worden. Sie fordern, die Veränderung der Strukturen der katholischen Kirche.

Informationen

 

 

90 Jahre kfd-Bundesverband e.V.

07.10.2018

90 Jahre kfd-Bundesverband e.V.

Berliner kfd-Frauen waren am 06.10.2018 dabei, als im rustikalen Festzelt auf dem Staufenplatz in Düsseldorf das Jubiläum mit einem FrauenFestMahl gefeiert wurde. Aus dem gesamten Bundesgebiet waren 600 kfd-Frauen gekommen, um zu feiern und sich auszutuaschen. Es wurden in verschiedenen Talks verbandspolitsiche, gesellschaftliche und kirchenpolitische Themen mit Gästen aus Politik und Kirche diskutiert. 

weitere Informationen 

sexueller Missbrauch erschüttert die katholische Kirche

25.09.2018

Die deutschen Bischöfe haben heute auf ihrer Herbstvollversammlung in Fulda die Ergebnisse der Studie über den sexuellen Missbrauch an Minderjährigen durch Kleriker vorgelegt. Die Studie wurde von ihnen 2014 in Auftrag gegeben. Das Ausmaß und das Versagen im Umgang mit dem sexuellen Missbrauch erschüttert und ist ein Skandal. Zum Schutz der Institution und der betroffenen Priester wurde weg geschaut, verharmlost und geschwiegen. Die erschütternden Zahlen sind nur die Spitze des Eisbergs wie die Wissenschaftler herausgearbeitet haben und der sexuelle Missbrauch kein historisches, sondern ein anhaltendes Problem. Eine weitere Aufklärung und Aufarbeitung ist deshalb dringend erforderlich. Es muss Konsequenzen geben und im Sinne der Betroffenen gehandelt werden. In den Kirchenstrukturen muss es gravierende Veränderungen geben: Die „Männerbünde“ müssen durchbrochen werden. Die gesamte Leitungs- und Ämterstruktur der Kirche muss weiblicher werden. Auf allen Ebenen müssen Frauen und Männer mitentscheiden können. Ein Umdenken in Bezug auf das Priesterbild bedarf einer tiefgreifenden Veränderung. Priester sind nicht Stellvertreter Gottes, sondern Diener.

Die Zeit ist reif. Wann, wenn nicht jetzt.

Angelika Streich

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Mütterrente

Der KDFB und die kfd hat in fünf Wochen über 60000 Unterschriften gesammelt und sie an den Bundessozialminister  Hubertus Heil übergeben.

weitere informationen

Ökumenischer Kongress in Osnabrück

Vom 06.12.-09.12.2017 fand der Ökumenische Kongress in Osnabrück statt, an dem auch die kfd beteiligt war. Weitere Informationen

 

 

Nah dran

Herbstbeilage der Diözesanverbände Berlin, Görlitz, Erfurt, Magdeburg, Dresden-Meißen zu "Frau und Mutter" Mitgliederzeitschrift der kfd

Frauen sind ein wesentlicher Teil der Kirche, Interview mit dem neuen Präses Michael Noack der kfd im Bistum Görlitz. 

Besuch der Stadtteilmütter in Neuköln: Berliner kfd-Frauen lernen im Rahmn ihres Jahresprogramms "Ungewöhnliche Orte" andere Lebensweisen kennen.

Anstehende Veranstaltungen

25.11.2019
DV Berlin, St. Augustinus, Dänenstr. 17, 10439 Berlin
02.12.2019
DV Berlin, Klopstockstr. 31, 10557 Berlin
06.12.2019
DV Berlin, Schleusenstr. 50, 15569 Woltersdorf bei Berlin